Trotz geopolitischer Spannungen begaben Emittenten im März Anleihen über 10,3 Milliarden Franken. Das erste Quartal liegt sechs Prozent über Vorjahr. Die ZKB stufte UBS und Raiffeisen hoch. Eine PepsiCo-Anleihe aus dem Jahr 1986 läuft weitere zehn Jahre.
Der Schweizer Primärmarkt zeigt sich krisenresistent. Im März platzierten in- und ausländische Emittenten Obligationen im Volumen von 10,3 Milliarden Franken. Laut Zürcher Kantonalbank markiert dies den drittaktivsten März seit Bestehen des Kapitalmarkts. Das erste Quartal erreichte 31 Milliarden Franken, sechs Prozent mehr als 2024. Dieses Ergebnis entstand trotz Iran-Krieg.
Während das Inlandssegment mit 6,1 Milliarden um zehn Prozent zurückfiel, zeigten sich ausländische Schuldner umso aktiver und lancierten Anleihen über vier Milliarden Franken, ein Plus von 25 Prozent. Die ZKB hebt die Robustheit hervor: Der Markt war praktisch durchgehend offen, die Spreads weiteten sich kaum aus. Allerdings folgte das Schweizer Zinsniveau dem internationalen Aufwärtstrend.
Im Inland emittierten zahlreiche Kantonalbanken, die Pfandbriefzentrale sowie Corporates wie Sandoz, Georg Fischer und Comet Holding. Dass selbst Comet mit ZKB-Rating BB Kapital aufnehmen konnte, unterstreicht die Marktstabilität. Im Auslandssegment dominierten Mondelez International, Toyota Motor Finance und EON SE. Auch Supranationale wie Weltbank und Europäische Investitionsbank waren aktiv. Das neu gegründete Liechtensteinische Pfandbriefinstitut emittierte am 1. April die ersten beiden Anleihen mit Moody's-Bestnote Aaa.
Der Sekundärmarkt legte auf 14,1 Milliarden Franken zu, 36 Prozent über Vorjahr. Die ZKB beförderte Raiffeisen Schweiz und UBS Group um je eine Stufe auf AA– beziehungsweise A. Berner Kantonalbank und Clientis wurden dagegen herabgestuft. Im Spitalsegment sicherte das See-Spital Horgen durch eine Transaktion mit Infracore die Rückzahlung der 100-Millionen-Anleihe. Beim GZO Spital Wetzikon ging ein vertrauliches Angebot ein, mutmaßlich aus dem Aevis-Umfeld.
Für nostalgische Gefühle sorgten UBS-Zeitungsinserate zur 1986 emittierten PepsiCo-Doppelwährungsanleihe. Diese sogenannten Fips zahlen Zinsen in Dollar, während die Rückzahlung in Franken erfolgt. Alle zehn Jahre haben Emittent und Anleger ein Kündigungsrecht, zudem wird der Coupon neu festgelegt. Da PepsiCo auch diesmal nicht kündigte und nicht alle Obligationäre ihr Recht ausübten, läuft die grundsätzlich ewige Anleihe weitere zehn Jahre. Rund ein Zehntel der ursprünglich 400 Millionen Franken ist noch ausstehend. Bei Emission 1986 kostete der Dollar zwischen 1,85 und 2 Franken.




