Start-up-Rekord: KI beflügelt deutsche Gründerszene

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January 9, 2026
09.01.2026
2 Minuten Lesezeit

2025 entstanden so viele Jungunternehmen wie noch nie, denn Künstliche Intelligenz eröffnet neue Geschäftsfelder. Bayern wächst am stärksten.

Boom in schwierigen Zeiten

Während die Konjunktur schwächelt, floriert die Gründerszene. 3568 Wachstumsunternehmen sind 2025 entstanden. Das entspricht einem Zuwachs von 29 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und übertrifft selbst 2021, als Pandemie-bedingte Digitalisierung Lieferdienste und Finanz-Apps nach oben katapultierte. Die Zahlen stammen aus einer Untersuchung des Startup-Verbands, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Technologie als Türöffner

Der Motor hinter dieser Entwicklung heißt Künstliche Intelligenz. Bei 27 Prozent aller Neugründungen bildet sie einen wesentlichen Teil des Geschäftsmodells. Besonders der Software-Sektor profitiert mit 853 neuen Unternehmen. Arnas Bräutigam, Co-Gründer der Analysefirma Startupdetector, sieht einen klaren Trend: KI durchdringe immer mehr Bereiche und werde zum Fundament innovativer Geschäftsideen.

Regionale Verschiebungen

Berlin verteidigt mit 619 Neugründungen die Spitzenposition, wächst aber mit 24 Prozent moderater als andere Regionen. Dynamischer zeigt sich Bayern mit einem Plus von 46 Prozent und 785 neuen Firmen. Auch Nordrhein-Westfalen legt um ein Drittel zu, Sachsen sogar um 56 Prozent. Bei den Gründungen pro Kopf führt München vor Berlin und Düsseldorf. Hochschulstandorte wie Aachen, Potsdam, Heidelberg und Darmstadt belegen die enge Verzahnung von Forschung und Unternehmertum.

Kapital und Herausforderungen

Laut Förderbank KfW flossen allein im vierten Quartal 2025 rund zwei Milliarden Euro Wagniskapital. Kati Ernst, stellvertretende Vorsitzende des Startup-Verbands, würdigt die Dynamik: Über 3500 Gründungen und ein Drittel mehr als 2024 zeigten den Mut und die Dynamik des deutschen Unternehmertums. Gleichzeitig mahnt sie: Deutschland habe weiter Schwächen bei der Finanzierung, wenn es darum gehe, Start-ups großzumachen. Neben der KI-Euphorie dürfte auch die schwache Konjunktur den Boom antreiben, denn erfahrungsgemäß wagen in unsicheren Phasen mehr Menschen den Sprung in die Selbstständigkeit.