Ausländische Unternehmen in Taiwan reagieren auf wachsende Sicherheitsrisiken mit stärkerer Krisenvorsorge, halten operativ aber Kurs und planen zusätzliche Mittel für den Standort.
Rund 46 Prozent der Unternehmen haben ihre Notfallpläne zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit überarbeitet, wie eine Umfrage der Amerikanischen Handelskammer in Taiwan (AmCham) zeigt. Die nationale Sicherheit wird darin als größtes Geschäftsrisiko wahrgenommen. Gleichzeitig meldeten nur sieben Prozent der Firmen im vergangenen Jahr erhebliche Störungen durch die Spannungen in der Taiwanstraße. Das deutet auf eine Professionalisierung im Risikomanagement hin, ohne dass der Geschäftsbetrieb bislang flächendeckend beeinträchtigt wäre.
Auslöser sind die zunehmenden militärischen Drohgebärden Pekings gegenüber dem demokratisch regierten Taiwan, das China als eigenes Territorium beansprucht. Ende Dezember hielt die chinesische Armee große Militärmanöver rund um die Insel ab, die das Risikoempfinden weiter erhöhten. Dennoch bleibt die Zuversicht der ausländischen Wirtschaft hoch. Laut Umfrage planen 92 Prozent der Unternehmen, ihre Investitionen in der für ihre Halbleiterindustrie bekannten Inselrepublik in diesem Jahr beizubehalten oder zu erhöhen.
AmCham Vorsitzende Anita Chen fasst die Lage so: „Die Unternehmen entscheiden sich, trotz dieser geopolitischen Bedenken in Taiwan zu bleiben.“ Sie verweist darauf, dass Unternehmen besser darin werden, Risiken durch Notfall und Geschäftsplanung zu bewältigen. Ein zentrales Anliegen ist ein Doppelbesteuerungsabkommen mit den USA, das derzeit im US Senat blockiert ist und aus Sicht der Unternehmen zusätzliche Investitionen erleichtern könnte. AmCham Präsident Carl Wegner zeigte sich nach Gesprächen in Washington optimistisch, 2026 sehe wie ein „gutes Jahr mit positivem Potenzial“ für eine Verabschiedung aus.




