Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hebt nach starken ersten neun Monaten ihre Jahresprognose deutlich an. Ein Milliardenauftrag aus Kanada steht dabei noch aus, während der Konzern nach zusätzlichen Produktionskapazitäten sucht.
Die Thyssenkrupp-Rüstungstochter TKMS hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 deutlich zugelegt und zeigt sich bei den Jahreszielen nun optimistischer. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 19 Prozent auf rund 1,9 Milliarden Euro. Das bereinigte Ebit kletterte, insbesondere dank Zuwächsen in der Sparte Submarines, um 13 Prozent auf 110 Millionen Euro. Der Auftragsbestand erreichte Ende Juni mit 20,1 Milliarden Euro einen neuen Höchststand, auch dank starker Zuwächse bei der Tochter Atlas Elektronik hebt der Konzern seine Umsatzprognose für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr nun auf ein Plus von 10 bis 12 Prozent an. Zuvor war er von 2 bis 5 Prozent ausgegangen. Thyssenkrupp hatte die ehemalige Werftentochter Marine Systems im Oktober vergangenen Jahres an die Börse gebracht, die Mehrheit aber behalten. Seither kann sich die heutige TKMS wegen der weltweiten Nachfrage nach Waffen und Munition kaum vor Aufträgen retten: Norwegen bestellte zwei weitere U-Boote, die deutsche Marine vier Fregatten, mit Indien führt TKMS zudem finale Vertragsverhandlungen über den Bau von sechs U-Booten.
Ein besonderes Highlight war die Ernennung durch die kanadische Regierung zum bevorzugten Bieter für den Bau von bis zu zwölf U-Booten, unterschrieben ist der Vertrag allerdings noch nicht. TKMS arbeite eng mit den Regierungen Kanadas, Deutschlands und Norwegens sowie mit den Industriepartnern zusammen, um die Vertragsverhandlungen zügig voranzutreiben und abzuschließen, betonte der Konzern. Die prall gefüllten Auftragsbücher haben am Markt zugleich Sorgen ausgelöst, ob die vorhandenen Kapazitäten für die Umsetzung überhaupt ausreichen. Vorstandschef Oliver Burkhard erklärte, der Konzern prüfe deshalb gezielt internationale Kooperationsmöglichkeiten für zukünftige Projekte. Dazu zähle etwa die Nutzung von Produktionskapazitäten der spanischen Werft Navantia.




