Die globale Chefetage steckt im Krisenmodus, während die Kluft zwischen KI-Pionieren und Abwartenden dramatisch wächst.
Was passiert, wenn technologischer Umbruch, geopolitische Spannungen und digitale Bedrohungen gleichzeitig auf Unternehmenslenker einprasseln? Die Antwort liefert die aktuelle Global CEO Survey von PwC mit einer ernüchternden Zahl: Gerade einmal 30 Prozent der weltweit befragten Vorstandsvorsitzenden rechnen im kommenden Jahr mit steigenden Umsätzen. Ein Fünfjahrestief.
Die Ursachen für den Pessimismus sind vielschichtig. Rund 20 Prozent der über 4.000 befragten CEOs aus 95 Ländern sehen ihr Geschäftsmodell durch protektionistische Handelspolitik bedroht. Ein Drittel kämpft mit der wachsenden Gefahr durch Cyberangriffe. Doch der größte Stressfaktor sitzt tiefer: 42 Prozent fragen sich, ob sie mit dem rasanten technologischen Wandel überhaupt noch mithalten können.
Hier zeigt sich eine bemerkenswerte Spaltung der Wirtschaftswelt. Mehr als die Hälfte der Befragten hat aus ihren Investitionen in Künstliche Intelligenz bislang keinen finanziellen Ertrag gezogen. Gleichzeitig meldet jeder dritte CEO bereits messbare Erfolge bei Kosteneffizienz oder Erlöswachstum. Der Unterschied liegt laut einer ergänzenden PwC-Analyse im Reifegrad der Implementierung: Unternehmen, die KI konsequent in Produkte, Dienstleistungen und Kundenprozesse integrieren, erzielen deutlich höhere Renditen als solche, die noch experimentieren.
Mohamed Kande, Global Chairman von PwC, formulierte es beim Weltwirtschaftsforum unmissverständlich: Künstliche Intelligenz habe sich vom strategischen Vorteil zur unternehmerischen Notwendigkeit gewandelt. Die relevante Frage laute nicht mehr ob, sondern ausschließlich wie.




