UniCredit kommt einer Mehrheit an der Commerzbank immer näher. Das Tauschangebot wurde für 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen, der Gesamtanteil steigt auf knapp 48 Prozent.
UniCredit hatte Anfang Mai ein Übernahmeangebot vorgelegt und bot 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Papier. Bis zum Ablauf am 3. Juli wurde das Angebot für 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen. Zusammen mit dem bereits gehaltenen Anteil von 26,77 Prozent steigt der direkte UniCredit-Anteil damit auf gut 44 Prozent. Über Kaufoptionen und weitere Finanzinstrumente kommen die Italiener nach eigenen Angaben auf insgesamt 47,59 Prozent.
UniCredit kann nun an der Börse weitere Commerzbank-Aktien zukaufen, steht dabei aber unter Beobachtung der Finanzaufsicht. Für eine vollständige Übernahme wäre die Zustimmung der EZB-Bankenaufsicht sowie der EU-Wettbewerbshüter erforderlich. CEO Andrea Orcel will mit einer Übernahme eine europäische Großbank als Gegengewicht zu den US-Häusern schmieden und sieht Potenzial für Milliardeneinsparungen sowie den Abbau von 7.000 Stellen bei der Commerzbank.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lehnt eine Übernahme ebenso ab wie der Bund als Großaktionär. UniCredit war im September 2024 bei der Commerzbank eingestiegen. Zuletzt wurde das Angebot der Italiener durch den deutlich gestiegenen UniCredit-Aktienkurs attraktiver, was die hohe Annahmequote beim Tauschangebot erklären dürfte.




