Der PE-Markt hat seinen Erholungskurs in H1 2026 verloren. Drei aufeinanderfolgende Schocks haben Dealmaking, Exits und Fundraising ausgebremst. Was GPs jetzt tun, um trotzdem Wert zu schaffen.
Nach einem hoffnungsvollen Jahresbeginn traf den Buyout-Markt ein Dreifach-Schock: eine Neubewertung von Software-Valuations durch KI-Disruption, Rücknahmedruck in Private-Credit-Fonds sowie erneute geopolitische Volatilität. Laut dem Mid-Year-Report von Bain & Company haben diese Faktoren zusammen die Bid-Ask-Spreads ausgeweitet, das Dealmaking gedämpft und die Exit-Aktivität reduziert. Nur eine begrenzte Anzahl hochwertiger Assets wechselt noch den Besitzer. Tech-Buyouts traf es besonders hart: Der Deal-Wert fiel von 118 Milliarden Dollar in Q3 2025 auf nur noch 12 Milliarden Dollar in Q2 2026. GP-geführte Continuation Vehicles machen laut Raymond James inzwischen 86 Prozent aller GP-led Secondaries aus, ihr Wert wuchs von rund 33 Milliarden Dollar im Jahr 2020 auf 73 Milliarden Dollar im Jahr 2024.
GPs reagieren auf die schwachen Marktbedingungen mit einem klaren Strategieschwenk: weg von transaktionsgetriebenen Ansätzen, hin zu operativer Wertsteigerung. Laut dem Private Equity Value Creation Index 2026 von FTI Consulting, einer Umfrage unter 555 PE-Führungskräften, erzielen GPs die schnellsten Fortschritte bei Cash Conversion und Working Capital (82 Prozent), Kostenoptimierung (73 Prozent) und Workforce Effectiveness (73 Prozent). FTI Consulting warnt dabei vor einem verbreiteten Fehler im Exit-Narrativ: „Wenn deine Exit-Story mit KI-enabled beginnt, verkaufst du die Geschichte von gestern. Führe mit Margen, Umsatzskalierbarkeit und Marktposition, dann zeige, wie KI diese Ergebnisse untermauert." Bain sieht dennoch Potenzial für eine Erholung in H2: „Es würde nicht viel brauchen, um eine neue Welle von Dealmaking auszulösen. Aber eine nachhaltige Erholung wird davon abhängen, ob der Markt ein Gleichgewicht findet, das mehr als ein oder zwei Quartale hält."




