Der niederländische Fahrradkonzern Accell mit Marken wie Ghost, Raleigh und Babboe kann seine Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Der Investor KKR hatte das Unternehmen 2022 von der Börse genommen.
Die niederländische Accell Group mit Marken wie Babboe, Batavus, Winora, Ghost, Raleigh und Haibike kann ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen und muss für ihre regionalen Tochtergesellschaften Insolvenzprozesse einleiten. Das Unternehmen beschäftigt rund 1.900 Mitarbeiter, in Boomzeiten waren es rund 3.700. In Deutschland produzierte der Konzern unter anderem im oberpfälzischen Waldsassen. Accell hatte während der Pandemie durch den Fahrrad- und E-Bike-Boom stark zugelegt, was 2022 den US-Investor KKR anzog, der den niederländischen Traditionskonzern von der Börse nahm und auf weitere Expansion setzte. Nach dem Ende der Pandemie brach die Nachfrage jedoch ein, zusätzlich belasteten Produktionsmängel den Konzern. Vor zwei Jahren musste vor brechenden Rahmen bei Babboe-Lastenrädern gewarnt werden.
Bereits im vergangenen Jahr musste die letzte Fabrik in den Niederlanden schließen, die Produktion wurde in die Türkei und nach Ungarn verlegt. Eine geplante Übernahme durch den asiatischen Investor Tri Star lehnten die europäischen Kartellbehörden ab. Accell-Chef Jonas Nilsson, der die Führung erst im vergangenen Jahr übernommen hatte, verband die Mitteilung über die Zahlungsunfähigkeit auch mit Kritik an den EU-Behörden: „Dies ist eine Mitteilung, die wir niemals hätten veröffentlichen wollen.“




