Auch nach seinem Rückzug als CEO von Berkshire Hathaway meldet sich Warren Buffett in einem Interview mit CNBC ausführlich zu Wort und äußert sich zu Alphabet, zu Spekulation an den Märkten sowie zur neuen Fed-Spitze.
Alphabets Ruf an der Börse eilt dem Unternehmen mittlerweile voraus, seit es Ende 2025 die Pforten des KI-Marktes stürmte und diesen seither so gut wie vollständig dominiert. Unter den „Magnificent Seven“ war die Aktie im vergangenen Jahr mit Abstand der beste Performer, der Kurs hat sich seither mehr als verdoppelt. Berkshire begann im dritten Quartal 2025 mit dem Aufbau einer beträchtlichen Beteiligung und stockte diese seitdem kontinuierlich auf. Ein wegweisendes Gerichtsurteil, das Alphabet Anfang September 2025 erwirkte, beseitigte eine große Unsicherheit und ebnete dem Unternehmen den Weg in den KI-Bereich. Seither ist die Aktie um 74 Prozent gestiegen. „Ich habe den Anfang gemacht“, sagte Buffett und betonte, keine Entscheidungen getroffen zu haben, die sein Nachfolger Greg Abel nicht gebilligt habe, und umgekehrt. Dennoch bedauert er, nicht früher eingestiegen zu sein: „Ich habe einen Fehler gemacht. Ich denke, dass sie aufgrund ihrer Erfolgsbilanz mit größerer Wahrscheinlichkeit ein Gewinner sein werden als wahrscheinlich 90 Prozent oder 95 Prozent der Werte, die an der Wall Street gehandelt werden.“
Bereits im Mai hatte Berkshire auf seiner Jahreshauptversammlung die Märkte als „Kirche mit angeschlossenem Casino“ bezeichnet und Ein-Tages-Optionen ausdrücklich als „Glücksspiel“ eingestuft. Diese Haltung bekräftigte Buffett nun erneut: „Es ist schwer, Werte zu finden, wenn alle lieber zocken.“ Auch über Unternehmen, die spekulatives Investieren ermöglichen, äußerte er sich kritisch: „Da Menschen das Glücksspiel so sehr lieben, lässt sich mehr Geld damit verdienen, Glücksspieler zu fördern, als Investoren.“ Zur Personalie an der Spitze der Fed äußerte sich Buffett hingegen wohlwollend. Kevin Warsh habe sich mit dem Ziel, die Inflation zu bekämpfen, sofort ins Zeug gelegt, so Buffett, der ihn als „gute Wahl“ bezeichnet: „Ich denke, er wird sein Bestes geben, um die ihm übertragene Aufgabe zu erfüllen, nämlich eine Inflationsrate von zwei Prozent und die Aufrechterhaltung der Vollbeschäftigung.“ Warsh habe sich bislang eher als traditioneller Inflationsfalke erwiesen, als viele bei seiner Ernennung durch Trump erwartet hätten, die neuesten Leitlinien der Notenbank sind bei der FOMC-Sitzung Ende Juli zu erwarten.
Buffett, der in der Vergangenheit ein wichtiger Förderer der Gates-Stiftung war, verteilte seine diesjährigen Spenden stattdessen auf vier mit seiner Familie verbundene Stiftungen, ein Schritt, der erfolgte, als Fragen über Bill Gates’ Verbindungen zu Jeffrey Epstein aufkamen. Im Interview sagte Buffett, er habe „viel“ über diese Verbindungen gelesen, und obwohl es sich um eine „unangenehme“ Situation handele, mache jeder einmal Fehler bei der Beurteilung von Menschen.




