Was Bain & Company über die Zukunft von Private Equity verrät

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March 5, 2026
06.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Bain & Company und StepStone haben 103 Fondsmanager befragt, was sie für 2026 erwarten. Die Antworten zeigen eine Branche im Umbruch.

Kaufpreise auf Rekordhoch, Deals scheitern am Preis

Die Zeit der steigenden Bewertungen scheint vorerst vorbei. 79 Prozent der befragten Fondsmanager erwarten, dass die Kaufpreise auf ihrem aktuell hohen Niveau bleiben. Wer künftig gute Renditen erzielen will, muss Unternehmen also operativ besser machen statt auf steigende Bewertungen zu hoffen. Der häufigste Grund, warum Deals 2025 nicht zustande kamen, war ein zu großer Preisunterschied zwischen Käufer und Verkäufer. Dieser Graben schließt sich zwar seit dem Zinsanstieg 2022 langsam, bleibt aber das größte Hindernis im Markt. Bei den Gewinnmargen zeigt sich ein stabileres Bild: Rund 75 Prozent der Befragten rechnen beim letzten Fondsdeal mit gleichbleibenden oder leicht steigenden Margen von bis zu drei Prozentpunkten zwischen Kauf und Verkauf.

Mehr Verkäufe, weniger Gebühren

Nach dem zweitbesten Verkaufsjahr der Branchengeschichte ist die Stimmung gut: Eine Mehrheit der Fondsmanager erwartet 2026 noch mehr Unternehmensverkäufe. Sonderlösungen wie Continuation Vehicles, bei denen ein Asset in ein neues Vehikel übertragen wird, werden zwar häufiger genutzt, sollen aber weniger notwendig sein. Aktuell hat ein Viertel der Befragten zuletzt ein solches Vehikel aufgesetzt, weitere 40 Prozent planen dies in den nächsten Jahren. Gleichzeitig geraten die Verwaltungsgebühren unter Druck: Größere Fonds verlangen strukturell weniger als die üblichen zwei Prozent und Rabatte beim Fundraising sind weit verbreitet. Hinzu kommt, dass Co-Investitionen, die meist gebührenfrei sind, die Einnahmen weiter schmälern. Im Schnitt kommen auf jeden investierten Euro aus dem Hauptfonds 33 Cent an Co-Investitionen, was die Gebühreneinnahmen um ein Viertel reduziert.

KI hilft bei der Analyse, nicht beim Wachstum

Beim Thema Künstliche Intelligenz sehen die Fondsmanager den größten Nutzen in der Unternehmensanalyse und der Suche nach neuen Investments. Hier kann KI große Datenmengen schnell auswerten und so wichtige Prozesse beschleunigen. Im Portfolioalltag ist der Effekt bisher bescheidener: Wo KI wirkt, spart sie vor allem Kosten und Zeit, steigert aber selten den Umsatz. 39 Prozent der Befragten erwarten 2026 gar keinen messbaren finanziellen Effekt durch KI in ihren Portfoliounternehmen, einige rechnen sogar mit zusätzlichen Kosten durch notwendige Investitionen.