Private Equity dominiert 2026 das Deal-Geschehen im deutschen Mittelstand wie nie zuvor. M&A-Berater Dr. Daniel Baade erklärt, worauf Fonds bei der Unternehmensbewertung wirklich achten und woran sich der richtige Investor früh erkennen lässt.
Beim Verkauf oder der Nachfolgeregelung im Mittelstand führt an Finanzinvestoren kaum noch ein Weg vorbei. Private Equity dominiert das Deal-Geschehen 2026 wie nie zuvor, schreibt Dr. Daniel Baade, CEO der M&A-Beratung Dyer Baade & Company, in einem Gastbeitrag. Maßgeblich für die Bewertung sei heute nicht mehr, wie gut ein Unternehmen in der Vergangenheit war, sondern wie überzeugend seine Entwicklung in den kommenden vier bis sechs Jahren aussieht. Im Zentrum stehen laut Baade drei Faktoren, die Skalierbarkeit des EBITDA durch organisches Wachstum oder Zukäufe, die Qualität der Erträge etwa durch wiederkehrende Umsätze und stabile Margen, sowie die Managementqualität, wobei eine starke Abhängigkeit vom Gründer schnell zu Bewertungsabschlägen führt. Klassische Argumente wie langjährige Marktzugehörigkeit oder ein guter Ruf schaffen zwar Vertrauen, rechtfertigen laut Baade aber allein keine hohe Bewertung.
Rund 80 Prozent aller Angebote scheitern nach Angaben von Baade noch vor der Unterschrift, doch auch nach dem Abschluss beginnt für viele Geschäftsführer erst die eigentliche Herausforderung, da Private Equity Entscheidungen datenbasierter trifft und Ziele konsequenter misst. Konflikte entstehen dabei meist nicht durch unterschiedliche Ziele, sondern durch abweichende Erwartungen an Tempo und Transparenz zwischen Unternehmer und Investor. Beim sogenannten Second Bite verkauft der Unternehmer zunächst einen Teil des Unternehmens und reinvestiert einen Teil des Erlöses. Steigt der Unternehmenswert in den Folgejahren, profitiert er beim zweiten Verkauf oft noch stärker. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Investor durch Netzwerk und operative Unterstützung tatsächlich Wert schafft. Warnsignale für den falschen Partner erkennt Baade früh, etwa wenn fast ausschließlich über Finanzkennzahlen gesprochen wird, das Deal-Team viel verspricht, spätere operative Ansprechpartner aber unsichtbar bleiben, oder Referenzgespräche von mangelnder Erreichbarkeit berichten.




