Gehalt reicht nicht mehr, sagt Kanzleigründer Daniel Kubitza, wer Nachwuchs gewinnen und halten will, muss unternehmerische Teilhabe, Gestaltungsspielräume und eine zeitgemäße Arbeitskultur bieten.
Der lineare Weg vom Examen über die Seniorstelle bis zur möglichen Partnerschaft hat für viele Nachwuchskräfte an Reiz verloren, beobachtet Kubitza, der mit seiner KONTAX Gruppe rund 120 Mitarbeitende im Rheinland beschäftigt. Die neue Generation wolle von Anfang an mitentscheiden und klar erkennen, welche beruflichen Optionen sich tatsächlich eröffnen. Kanzleien, die ausschließlich Sicherheit und ein gutes Festgehalt bieten, gerieten im Talentmarkt ins Hintertreffen.
Einen häufig vernachlässigten Hebel sieht Kubitza in der Beteiligungsfrage. Viele junge Berater scheuten den sofortigen Kapitaleinsatz für eine Gesellschafterrolle, wollten aber auch nicht dauerhaft nur Gehaltsempfänger sein. Sein Ansatz: stufenweise Beteiligungsformate, an Leistung gekoppelt und mit bewusst niedriger finanzieller Einstiegsschwelle. So entstehe ein klares Versprechen, dass Engagement langfristig zu echtem Miteigentum führen kann.
Ebenso gewichtig sei das tägliche Miteinander: Nachwuchskräfte mieden Umgebungen, die von Weisungsketten und Kontrollreflexen dominiert werden, und suchten offene Feedbackkultur, verlässliche Arbeitszeiten und digitale Flexibilität. Hinzu komme ein wachsendes Bedürfnis, den eigenen Beitrag zum Mandantenerfolg greifbar zu erleben. Kubitzas Fazit: Personalgewinnung sei längst kein HR-Thema mehr, sondern eine strategische Führungsaufgabe, die Karrieremodelle, Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur zu einem glaubwürdigen Gesamtangebot verbinden müsse.




