Nach Serverüberlastung durch unkontrolliertes Scraping schließt die Wikimedia Foundation Lizenzverträge mit Microsoft, Google, Amazon und weiteren Tech-Konzernen.
Microsoft, Mistral AI, Perplexity, Pleias, ProRata und der deutsche Suchanbieter Ecosia haben Lizenzvereinbarungen mit Wikimedia Enterprise unterzeichnet. Amazon, Google und Meta nutzen die kostenpflichtige Schnittstelle bereits länger. Alle erhalten strukturierten Zugang zu den Inhalten der Enzyklopädie, um ihre Modelle zu trainieren.
Der Kurswechsel hat einen konkreten Auslöser. Vor weniger als einem Jahr beklagte die Wikimedia Foundation massive Probleme durch KI-Scraper. Die automatisierten Zugriffe erfassten permanent das gesamte Archiv, auch selten besuchte Seiten. Die Infrastruktur ist auf punktuelle Besucherspitzen ausgelegt, nicht auf Dauerbeschuss. Reguläre Nutzer erlebten quälend lange Ladezeiten.
Die Stiftung reagierte im Herbst mit einer klaren Ansage: Wer automatisiert zugreifen will, nutzt die dafür vorgesehene Programmierschnittstelle. Die Preise bleiben unter Verschluss. Für Wikipedia rechnet sich das Modell bereits, wenn die Grundlast sinkt und Serverkosten fallen. Lane Becker von Wikimedia Enterprise erklärt gegenüber Reuters, alle Partner hätten inzwischen verstanden, dass sie zum Erhalt der Plattform beitragen müssen. Die Einsicht kam spät, aber sie kam.




