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January 29, 2026
29.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Intern arbeitet Apple an einem Browser, der Webinhalte bewerten und verknüpfen kann, doch ein Strategieschwenk Richtung Google bremst das Vorhaben offenbar aus.

Ein Browser aus einer anderen Zeit

OpenAI hat Atlas, Perplexity bringt Comet, Opera integriert längst KI-Assistenten in seine Software. Der Markt für intelligente Browser wächst rasant. Nur ein großer Name fehlt in dieser Aufzählung: Apple. Der Konzern aus Cupertino betreibt mit Safari einen der meistgenutzten Browser weltweit, doch von künstlicher Intelligenz fehlt jede Spur. Keine Chatbot-Funktion, keine tabübergreifende Inhaltsanalyse, keine automatische Quellenprüfung. Das soll sich ändern, zumindest wenn man internen Plänen glaubt, über die Bloomberg nun berichtet.

Was Apple eigentlich vorhatte

Für das Jahr 2026 war demnach ein grundlegender Umbau von Safari geplant. Die Vision klang ambitioniert: Der Browser sollte Dokumente und Daten aus dem Netz auf ihre Vertrauenswürdigkeit prüfen und eigenständig Verbindungen zu ergänzenden Quellen herstellen. Eine Art Faktencheck in Echtzeit, kombiniert mit intelligenter Recherchehilfe. Das Projekt trägt intern den Namen World Knowledge Answers und war ursprünglich als Apples Antwort auf ChatGPT und Perplexity gedacht.

Warum die Bremse gezogen wurde

Doch dann kam offenbar ein Strategiewechsel dazwischen. Apple arbeitet derzeit intensiv an der Integration von Google Gemini als Fundament seiner Sprachmodelle. Diese Neuausrichtung bindet Ressourcen. Laut Bloomberg hat Softwarechef Craig Federighi Teile der Safari-Arbeiten vorerst gestoppt. Die eigenen Sprachmodelle des Konzerns gelten als unterlegen, weshalb man künftig auf Googles Infrastruktur setzen will.

Siri wird zum Chatbot, Safari wartet

Der neue Fahrplan sieht vor, dass Siri mit iOS 27 im Herbst zum vollwertigen Chatbot wird. Die Rechenleistung dafür kommt von Googles TPU-Servern, auf denen ein speziell für Apple konfiguriertes Gemini-3-Pro-Modell laufen soll. Ob diese Partnerschaft auch Safari zugutekommen wird, bleibt offen. Bis zur Entwicklerkonferenz WWDC im Juni könnte das Browser-Projekt allerdings noch wiederbelebt werden. Die Zeit drängt, denn die Konkurrenz schläft nicht.