33 Mrd. Exit-Rekord: EQT-Director Sibbing spricht

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June 24, 2026
24.06.2026
3 Minuten Lesezeit

Ralf Sibbing verantwortet bei EQT den Zugang für Privatbanken und institutionelle Investoren und spricht über das stärkste Exit-Jahr der Firmengeschichte, KI als Disruption ganzer Erlösmodelle und die Frage, wer in den Private Markets dauerhaft überlebt.

Active Ownership als Fundament

EQT wurde 1994 von der Investmentgesellschaft der Wallenberg-Familie, Investor AB, gegründet. Die Prämisse war klar: die langfristige, verantwortungsbewusste Eigentümerphilosophie der Wallenbergs mit einer auf Wachstum ausgerichteten Private-Equity-Denkweise zu verbinden. Während sich ein Großteil der Branche damals auf Finanzkonstrukte und schnelle Weiterverkäufe konzentrierte, setzte EQT auf Active Ownership, also Wertentstehung durch operative Verbesserungen und starke Unternehmensführung. Die Familie Wallenberg ist bis heute größter Aktionär, Mitglieder der fünften und sechsten Generation sitzen im Vorstand. In Deutschland folgt EQT dem Prinzip „Local with Locals": Das Münchner Büro beschäftigt über 100 Mitarbeitende und investiert über alle drei Kernbereiche Private Equity, Infrastruktur und Real Estate.

33 Milliarden Euro und disziplinierte Exits

2025 war das stärkste Exit-Jahr in der Geschichte von EQT: Über 33 Milliarden Euro wurden an Investoren ausgeschüttet. Sibbing betont, dass hochwertige Assets mit strukturellem Wachstum auch in einem selektiveren Markt auf großes Käuferinteresse treffen. Für 2026 kündigt EQT eine Fortsetzung der Exit-Serie an. Gegenüber Investoren setzt das Haus auf Transparenz: Verzögert sich eine Ausschüttung, weil Wertoptimierung Vorrang vor einem überhasteten Exit hat, verstehen und schätzen erfahrene Investoren diese Disziplin. Anders sieht es aus, wenn sich verschlechternde Fundamentaldaten der Grund sind. Genau hier kommt die Portfolioqualität am stärksten zum Tragen. Gleichzeitig baut EQT den Zugang für Privatanleger über die Nexus-ELTIFs aus. Das Prinzip bleibt dabei dasselbe: Qualifizierte Anleger sollen Zugang zu denselben Assets erhalten, von denen Institutionelle seit Jahrzehnten profitieren.

KI verändert Erlösmodelle ganzer Branchen

KI ist für EQT kein neues Thema. Seit über einem Jahrzehnt entwickelt das Haus hauseigene Lösungen, darunter das Deal-Screening-Tool Motherbrain. Alle Mitarbeitenden nutzen heute große KI-Modelle in einem geschlossenen System, sodass keine sensiblen Daten das Unternehmen verlassen. Für Sibbing ist KI vor allem ein Katalysator für die Portfoliounternehmen: Sie steigert Umsätze und optimiert Kostenstrukturen. Und sie verändert Erlösmodelle grundlegend. „Wir sehen, dass sich die Erlösmodelle verändern werden, weg vom einzelnen Nutzer hin zu wirkungsbasierten Abrechnungsmodellen", so Sibbing. Sein Fazit: „Es wird Gewinner geben und Unternehmen, die sich neuen Herausforderungen stellen müssen."

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