Airbus beendet Streit mit Pratt & Whitney

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July 30, 2026
31.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Airbus hat im ersten Halbjahr dank steigender Auslieferungen und einer sanierten Rüstungssparte deutlich mehr Umsatz und Gewinn erzielt. Zugleich schlägt Konzernchef Guillaume Faury gegenüber dem Triebwerkslieferanten Pratt & Whitney versöhnlichere Töne an.

Streit mit Pratt & Whitney entschärft

Der weltgrößte Flugzeugbauer Airbus schlägt gegenüber seinem Triebwerkslieferanten Pratt & Whitney sanftere Töne an. „Wir sind Partner“, sagte Vorstandschef Guillaume Faury in Toulouse. Für das laufende Jahr sei der Streit um die Zahl zu liefernder Triebwerke kein Thema mehr, über das kommende Jahr debattiere man noch. „Nach 2027 werden wir in einer deutlich normaleren Situation sein“, fügte Faury hinzu. Im Frühjahr hatte er den US-Zulieferer noch offen scharf kritisiert, weil dieser seine Zusagen nicht einhalte und Airbus damit blockiere. Pratt & Whitney arbeitet beim Bau von Triebwerken für den Airbus A320 und den kleineren A220 mit der Münchner MTU Aero Engines zusammen. Zuletzt hatten die Amerikaner zum Ärger von Airbus einem Rückruf Vorrang vor der Produktion neuer Triebwerke gegeben. Faury bekräftigte das Ziel von Airbus, in diesem Jahr rund 870 Flugzeuge auszuliefern, das wären 10 Prozent mehr als 2025. Man habe „ein hohes Maß an Zuversicht“, das Ziel zu erreichen. Reuters hatte erfahren, dass der Flugzeugbauer inzwischen sogar intern mehr als 900 Auslieferungen anpeilt, „unsere Lieferkette ist in einem viel besseren Zustand“, hatte Faury bereits auf der Luftfahrtmesse in Farnborough gesagt. Am Mittwoch bekräftigte er zudem das Ziel, die Produktion des Erfolgsmodells A320neo bis Ende 2027 auf 70 bis 75 Maschinen im Monat zu schrauben. Danach solle sie sich bei 75 stabilisieren.

Umsatz und Gewinn legen deutlich zu

Die steigende Zahl an Auslieferungen und die geringeren Probleme trieben im ersten Halbjahr den operativen Gewinn von Airbus ebenso nach oben wie Fortschritte in der Rüstungs- und Raumfahrtsparte. Der Umsatz stieg um 12 Prozent auf 33,2 Milliarden Euro, das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen sogar um 24 Prozent auf 2,73 Milliarden Euro, wie der französisch-deutsche Konzern mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 240 Millionen Euro weniger Ebit und 280 Millionen Euro weniger Umsatz gerechnet. Die Rüstungs- und Raumfahrtsparte, die eine Sanierung hinter sich gebracht hat, hat ihren operativen Gewinn beinahe verdoppelt. Faury lobte das „starke Abschneiden bei Defence and Space“ trotz eines komplexen und sich schnell ändernden Umfelds. „Wir fahren in allen Sparten hoch, um die wachsende Nachfrage nach unseren zivilen und militärischen Lösungen zu befriedigen“. Für das Gesamtjahr peilt der Flugzeugbauer weiterhin ein bereinigtes Ebit von 7,5 Milliarden Euro und einen operativen Mittelzufluss von rund 4,5 Milliarden Euro an. Im ersten Halbjahr war der Cashflow mit 1,17 Milliarden Euro negativ. Finanzchef Thomas Toepfer erklärte, das liege vor allem an den höheren Lagerbeständen, die Airbus aufgebaut habe.

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