Kein Ausweg für PwC: Hongkonger Gericht zieht die Dachgesellschaft in den Evergrande-Prozess

blog main image
September 11, 2026
11.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Ein Gericht weist den Versuch von PwC International zurück, sich aus der milliardenschweren Haftungsklage der Evergrande-Insolvenzverwalter herauszuhalten, mit womöglich weitreichenden Folgen für die gesamte Branche.

Ein abgewiesener Fluchtversuch

Ein Gericht in Hongkong hat den Antrag von PwC International zurückgewiesen, aus der Milliardenklage der Evergrande-Liquidatoren ausgeschlossen zu werden. Damit ist der Weg frei, die Klage gegen das gesamte PwC-Netzwerk wegen angeblich mangelhafter Prüfung fortzuführen. Die Verwalter fordern 57 Milliarden Yuan Schadenersatz von PwC International, PwC Hongkong und der China-Einheit, da diese die Bücher des kollabierten Immobilienkonzerns nicht ordnungsgemäß geprüft und Unregelmäßigkeiten übersehen haben sollen. Allein auf die internationale Dachgesellschaft könnten davon bis zu 38 Milliarden Yuan entfallen.

Der Kern des Streits

PwC International hatte argumentiert, gar nicht Partei sein zu können, da die Einheiten in Hongkong und China keine Tochtergesellschaften seien und man selbst nie in Kontakt zu Evergrande gestanden oder Leistungen erbracht habe. Der stellvertretende Richter Patrick Fung folgte dem nicht. Nach seiner Auffassung seien noch nicht alle Fakten bekannt, weshalb eine umfassende Beweiserhebung nötig sei, um den Fall aufzuklären. Entscheidend ist seine Feststellung, dass PwC International gegenüber Evergrande sehr wohl eine Sorgfaltspflicht getroffen habe und die Kläger nicht ohne vollständiges Verfahren abgewiesen werden dürften. PwC zeigte sich enttäuscht, betonte, als reine Koordinierungsstelle nie für Evergrande tätig gewesen zu sein, und prüft nun seine rechtlichen Optionen.

Ein Präzedenzfall für die Branche

Über den Einzelfall hinaus könnte die Entscheidung Signalwirkung entfalten. Sie deutet an, dass eine koordinierende Dachgesellschaft innerhalb eines Beratungsnetzwerks für das Handeln ihrer Mitgliedsfirmen haftbar gemacht werden kann, selbst ohne eigene Mandatsbeziehung. Für global aufgestellte Prüfungsnetzwerke wäre das ein heikler Präzedenzfall, der die verbreitete Trennung in rechtlich eigenständige Ländereinheiten infrage stellt. Die nun folgende Beweisaufnahme soll offenlegen, wie die Prüfungsarbeit im Netzwerk überwacht wurde und ob Warnsignale ignoriert wurden. Der Fall reiht sich ein in die juristische Aufarbeitung des Evergrande-Kollapses, in deren Zuge Konzerngründer Hui Ka Yan jüngst zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde.

Aktuelle Stellenangebote

Meistgelesene Artikel

Unsere Partner

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei:

Entdecken Sie mit uns bundesweit exklusive Stellen bei: