Die PE-geführte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Baker Tilly US hat eine geplante Refinanzierung über rund 3 Milliarden US-Dollar zurückgezogen, nachdem Investoren höhere Risikoaufschläge forderten als die Eigentümer akzeptieren wollten.
Seit Hellman & Friedman und Valeas Capital Partners die Prüfungsgesellschaft im Februar 2024 übernommen haben, wäre es der erste Gang an den US-amerikanischen Leveraged-Loan-Markt gewesen. Ziel war nicht nur die Ablösung bestehender Private-Credit-Verbindlichkeiten, sondern auch eine Dividendenrekapitalisierung von bis zu einer Milliarde US-Dollar, die damit zur größten Dividendenfinanzierung im Non-Investment-Grade-Segment des laufenden Jahres geworden wäre. Arrangiert werden sollte das Paket von der Deutschen Bank.
Laut Bloomberg-Bericht wurde die Finanzierung im vergangenen Monat am Markt platziert, stieß dort aber auf Widerstand: Potenzielle Kreditgeber forderten deutlich höhere Konditionen als Unternehmen und Berater zu zahlen bereit waren. Baker Tilly bezeichnete den Vorstoß als opportunistische Refinanzierung und schloss eine Rückkehr an den Markt bei besseren Bedingungen nicht aus.
Der abgebrochene Deal steht symptomatisch für ein verändertes Marktklima bei fremdfinanzierten Transaktionen: Investoren agieren selektiver, verlangen stärkere Schutzklauseln und höhere Renditen, besonders wenn PE-geführte Unternehmen neben der Refinanzierung auch Dividenden an ihre Eigentümer ausschütten wollen. Angesichts anhaltend hoher Zinsen und erheblicher Fälligkeitsvolumina in den kommenden Jahren dürften die Finanzierungsbedingungen für viele PE-gestützte Gesellschaften angespannt bleiben.




