Drei Viertel der jungen Beschäftigten setzen KI im Job ein, oft als eine Art persönlichen Coach. Doch viele halten ihre Arbeitgeber für schlecht vorbereitet.
Für die Deloitte Global 2026 Gen Z and Millennial Survey befragte das Haus zwischen November 2025 und Januar 2026 rund 22.600 Menschen in 44 Ländern. Der Zuspruch ist deutlich: Jeweils 74 Prozent der beiden jungen Generationen greifen bei der Arbeit auf KI zurück, ein Sprung von rund 57 Prozent im Vorjahr. Aufschlussreich ist vor allem der Zweck. Getextet und programmiert wird damit weiterhin, doch zunehmend übernimmt die Technik die Funktion eines Mentors. Etwa vier von fünf lassen sich passende Fortbildungen heraussuchen, gut sieben von zehn befragen sie zu beruflichen Weichenstellungen, und zwei Drittel setzen sie sogar gegen den Stress im Arbeitsalltag ein.
So vertraut die Jüngeren mit der Technik umgehen, so vorsichtig agieren manche Vorgesetzte noch. Ungefähr ein Drittel der Befragten bezweifelt, dass der eigene Betrieb dem Wandel gewachsen ist, über 60 Prozent verlangen bessere Ausstattung. Auch das Zutrauen fällt ungleich aus: Während sich zwei Drittel der Jungen für versiert halten, sprechen sie diese Sicherheit nur 60 Prozent ihrer Chefs zu. Der Kern des Problems liegt nach Einschätzung der Autoren darin, dass in den Führungsetagen KI mancherorts wie ein simples Programm-Update abgehakt wird, statt sie als grundlegende Neuordnung der eigenen Prozesse zu begreifen.
Am stärksten wandelt sich das Bild bei den Einstiegsjobs. Die Mehrheit wertet die Entwicklung als Vorteil, weil sich Erfahrung rascher aufbauen und stumpfe Routine abgeben lässt. Doch eine Minderheit blickt sorgenvoll auf den Markt: Etwa jeder Fünfte beobachtet, dass sein Haus die Zahl der Anfängerstellen bereits zurückfährt oder feste Juniorposten durch zeitlich begrenzte Praktika ablöst, weil die Maschine den verbleibenden Teil erledige.




