Wer aufsteigen will, sollte an zwei Stellschrauben drehen, sagt ein langjähriger PwC-Manager: an der eigenen Reaktionsschnelligkeit und daran, wie klug man gemeinsame Zeit mit den Vorgesetzten einsetzt.
Ein gemeinsames Mittagessen mit der Führungskraft gilt vielen als netter Bonus, kaum als Karrierehebel. Genau hier aber setzt Dallas Dolen den Unterschied an. Für ihn trennt sich an solchen Terminen die Spreu vom Weizen, nämlich zwischen jenen, die die halbe Stunde vergeuden, und jenen, die sie nutzen, um Rückhalt für ein Vorhaben zu sichern oder eine eigene Idee zu platzieren. Zugang gewährt er dabei jedem gleichermaßen; wer ihn um fünfzehn oder dreißig Minuten bittet, bekommt sie. Nur wer daraus etwas macht, bleibt in Erinnerung. Dolen dreht die vermeintliche Gefälligkeit deshalb um: Nicht er schenke den Mitarbeitenden seine Zeit, sondern diese investierten ihre in ihn.
Noch höher als den geschickten Umgang mit Nähe gewichtet Dolen allerdings eine andere Eigenschaft: das schnelle Reagieren. Damit meint er den Griff zum Hörer, sobald jemand nicht weiterkommt, und die Bereitschaft, dort einzuspringen, wo es hakt, ohne erst nach Zuständigkeiten zu fragen. Seinen eigenen Weg nach oben erklärt er nicht zuletzt damit, auch zu ungelegener Stunde angepackt zu haben, im Zweifel eben nachts noch in den Flieger zu steigen. Interessant ist jedoch, wo er die Grenze zieht: Verfügbarkeit heiße keineswegs Dauerbetrieb. Ein Mitarbeiter, der ständig am Anschlag laufe, sende gerade heute ein Warnsignal, wo sich mit KI-Werkzeugen so vieles effizienter erledigen lasse. Betriebsamkeit als Selbstzweck lehnt er ab.
Dass diese beiden Empfehlungen mehr sind als Küchenpsychologie, liegt an dem, der sie ausspricht. Seit annähernd zwanzig Jahren entscheidet Dolen bei PwC über Leistungsbewertungen und Beförderungen mit, aktuell als Kopf des US-Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation, den er von San José aus mit rund 7.500 Beschäftigten verantwortet.




