Das Institut der deutschen Wirtschaft hat seine Wachstumsprognose für 2026 deutlich angehoben und rechnet nun mit einem Plus von 1,2 statt zuvor 0,4 Prozent. Getragen wird die Erholung vor allem vom Außenhandel, während Staatsfinanzen, Konsum und die Autobranche weiter belasten.
In seiner Herbstprognose hebt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) seine Erwartung für 2026 auf ein BIP-Plus von 1,2 Prozent an, dreimal so viel wie im Mai. Für 2027 rechnen die Forscher mit knapp einem Prozent. Getragen wird das Wachstum vor allem vom Außenhandel: Die Weltwirtschaft soll um 2,3 Prozent zulegen, deutsche Exporte real um 2,8 Prozent. Staatsdefizit (rund 4 Prozent der Wirtschaftsleistung), Arbeitslosigkeit (6,3 Prozent) und ein schwacher privater Konsum (plus 0,3 Prozent) bleiben dagegen Belastungsfaktoren. Auch Ifo, DIW, RWI und IMK haben ihre Prognosen zuletzt angehoben, das IMK am stärksten auf 1,3 Prozent.
Der BDI korrigierte seine Erwartung ebenfalls nach oben, auf 1 Prozent, verweist aber auf eine gespaltene Lage: Die Industrieproduktion lag im zweiten Quartal noch unter Vorjahresniveau, getragen wird das Wachstum vor allem von staatlichen Ausgaben. Besonders die Autobranche leidet, ihre Belegschaft schrumpfte um 5,8 Prozent auf 691.500 Beschäftigte, den niedrigsten Stand seit 2005. Der Maschinenbau steuert zudem auf das vierte Rückgangsjahr in Folge zu, für 2027 wird aber wieder ein Plus erwartet.




