EY fordert klare Regeln für KI-Einführung

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March 12, 2026
13.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Der Global Managing Partner Jad Shimaly warnt vor Überforderung der Belegschaft. Ohne Schulung und Governance verpuffen die Produktivitätsgewinne.

Schulung vor Technik

Wer künstliche Intelligenz einführt, ohne die Mitarbeiter mitzunehmen, verbrennt Geld. Das ist die Botschaft von Jad Shimaly, Global Managing Partner bei EY, beim Mobile World Congress in Barcelona. Viele Firmen kaufen Werkzeuge ein und wundern sich über ausbleibende Ergebnisse. Der Grund liegt selten in der Technologie: "Die Belegschaft muss bereit sein, KI anzunehmen. Schulung ist entscheidend." Ein unterschätztes Problem breitet sich aus. Beschäftigte sollen neue KI-Aufgaben bewältigen und gleichzeitig ihre bisherigen Rollen ausfüllen. Das Ergebnis: Erschöpfung statt Effizienz. Nach EY-Erhebungen geht so fast die Hälfte des erhofften Produktivitätszuwachses verloren. Shimaly fordert deshalb echte Veränderungsprogramme statt bloßer Technikinstallation: "Beschäftigte dürfen Innovationen oder neue Technologien nicht einfach vorgesetzt bekommen. Sie müssen Teil der Lösung sein."

Zusammenspiel vervielfacht Wirkung

Allein eingesetzt produziert KI starre, repetitive Ergebnisse. Allein arbeitende Menschen schöpfen ihr Potenzial ebenfalls nicht aus. Erst die Kombination entfaltet Kraft. Shimaly berichtet von einer Verdreifachung der Kreativität dort, wo Algorithmen und Köpfe zusammenwirken. Die Komplexität übersteigt die Kapazitäten einzelner Organisationen. EY selbst kooperiert seit 2025 mit dem Automatisierungsspezialisten Boomi. Shimaly beobachtet einen Trend: "Unternehmen merken, dass sie KI-Projekte nicht allein stemmen können. Sie holen Partner ins Boot, schmieden Allianzen, gründen Joint Ventures."

Eigene Leitplanken setzen

Gesetze hinken der Entwicklung hinterher. Vorstände müssen selbst handeln. Shimaly empfiehlt einen Dreischritt: Standards festlegen, Regeln vermitteln, Einhaltung prüfen. Wer diese Struktur aufbaut, misst Erfolge präziser und vermeidet Rückschläge. Seine Warnung an Zögerer: "KI wird einen früher oder später überraschen, wenn man sie nicht richtig steuert."