Personalverantwortung zahlt sich in praktisch jeder Branche aus. Wie stark, hängt aber häufig vom Wirtschaftszweig ab. Eine Kununu-Auswertung zeigt Unterschiede von 18 bis über 70 Prozent Gehaltsaufschlag.
In 39 von Kununu ausgewerteten Branchen liegt das Durchschnittsgehalt von Beschäftigten mit Führungsverantwortung über dem von Beschäftigten ohne Führungsverantwortung. Der Median des Aufschlags liegt bei rund 31 Prozent. Am deutlichsten fällt der Unterschied in der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung aus, dort steigt das Gehalt von durchschnittlich 49.969 auf 85.733 Euro, ein Plus von über 70 Prozent oder knapp 2.980 Euro brutto im Monat. Dahinter folgen Versicherungen und Banken mit jeweils 45,38 Prozent Aufschlag, bei einem bereits hohen Ausgangsniveau von über 57.000 Euro auch ohne Führungsverantwortung. Die hohen Aufschläge in diesen Branchen entstehen vor allem, weil Führungskräfte dort zusätzlich Kundenverantwortung, Umsatzvorgaben, Haftungsfragen und komplexe regulatorische Anforderungen tragen.
In der Textilbranche liegt der Aufschlag mit rund 18 Prozent am unteren Ende der Skala. Auch in der öffentlichen Verwaltung fällt er mit 27,72 Prozent moderat aus, weil Tarifverträge und feste Besoldungsstrukturen den Verhandlungsspielraum begrenzen. Selbst in Branchen mit niedrigerem Lohnniveau wie Hotellerie oder Gastronomie führt Führungsverantwortung zu spürbaren Aufschlägen von 34,36 beziehungsweise 25,84 Prozent. Den grundsätzlichen Abstand zu Hochlohnbranchen gleicht das aber nicht aus. Für Gehaltsverhandlungen reicht laut der Auswertung eine bloße Teamleitung-Bezeichnung nicht aus, entscheidend ist die konkret benannte Verantwortung, etwa Mitarbeiterzahl, Budget- und Einstellungsverantwortung sowie Zielvereinbarungen. Wer nach einer Beförderung deutlich länger arbeitet, sollte zudem den effektiven Stundenlohn statt nur das Jahresgehalt betrachten, ein Aufschlag von 20 Prozent kann bei stark steigender Arbeitsbelastung schnell an Wert verlieren.




