Eine neue Generation von Technologieinvestoren dringt mit KI-Strategien und Milliardenkapital ins Geschäft der klassischen Private-Equity-Häuser vor. Beim 7,7-Milliarden-Dollar-Deal um die Baldwin Group setzten sich Michael Dells Family Office und die Holding Sequence Holdings gegen etablierte PE-Riesen wie KKR durch.
Eine neue Generation von Technologieinvestoren mit KI-Fokus dringt zunehmend ins angestammte Geschäft der Private-Equity-Branche vor und fordert Schwergewichte wie KKR heraus. Sichtbarster Beleg dafür ist der 7,7 Milliarden Dollar schwere Erwerb der Baldwin Group, bei dem sich das Family Office von Michael Dell gemeinsam mit der Holding Sequence Holdings gegen mehrere etablierte PE-Häuser durchsetzte. Sequence, das sich selbst als "Holding-Gesellschaft des nächsten Jahrhunderts" bezeichnet, zahlte dafür rund das Zwanzigfache des Cashflows. Zum Vergleich: Käufer wie Madison Dearborn erwarben Versicherungsmakler nach der Finanzkrise 2008 noch zum etwa Sechsfachen und verkauften zuletzt zum Siebzehnfachen. Sequence hat die Bewertungsmesslatte damit deutlich höher gelegt.
Auch Firmen wie General Catalyst, Thrive Holdings und Long Lake bauen inzwischen private-equity-ähnliche Einheiten auf, um KI in Branchen wie Recht, Rechnungswesen, Geschäftsreisen, Vermögensverwaltung und Immobilien zu bringen. Long Lake etwa übernimmt American Express GBT für 6,3 Milliarden Dollar. Viele dieser Häuser sind mit ehemaligen Mid-Level-Managern von Apollo Global oder Oaktree besetzt, die nun ihre früheren Arbeitgeber überflügeln wollen. Ihre These: Agentic-KI verändert Unternehmen stärker als jede Finanzstruktur und eröffnet neue Renditechancen. Ob sich das bewahrheitet, bleibt offen. Kritiker vermissen bislang handfeste Belege für die versprochenen Effizienzgewinne. Unbestritten ist aber: Private Equity hat einen ernstzunehmenden neuen Wettbewerber um lukrative Deals bekommen.




