Der Weltmarkt für Serverhardware ist in zwei Spuren zerfallen. Während Anlagen für Künstliche Intelligenz extrem nachgefragt sind, leiden klassische Systeme unter knappen Lieferungen.
Nach Zahlen des Marktforschers IDC sprang der weltweite Serverumsatz im ersten Quartal um 30,4 Prozent auf 122,6 Milliarden Dollar. Erstmals stammen 47,9 Prozent davon aus Architekturen jenseits der klassischen x86-Bauweise, die selbst absolut um 2,9 Prozent zurückging. GPU-Server erreichten 68,9 Milliarden Dollar Umsatz, Systeme mit alternativen Beschleunigern wie FPGAs sprangen sogar um 122,1 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar.
Bei herkömmlichen Servern mangelt es nicht an Nachfrage, sondern an Speicherchips. DRAM und NAND-Flash werden bevorzugt für margenstärkere KI-Komponenten reserviert. Eine Entspannung erwartet IDC frühestens 2027, wenn neue Halbleiterfabriken anlaufen.
Mehr als 40 Länder bauen eigene KI-Recheninfrastrukturen auf, das Konzept sogenannter souveräner KI. Diese staatlich finanzierten Vorhaben folgen politischen Überlegungen und stabilisieren den Markt unabhängig von Konjunkturzyklen.
Auftragsfertiger, die direkt für große Cloud-Konzerne produzieren, verloren Marktanteile. Ihr Anteil fiel von 64,1 auf 50,2 Prozent. Marken-Hersteller holen auf, weil sie bei komplexen KI-Projekten als Systemintegratoren punkten. Dell führt mit 16,5 Prozent Marktanteil und einem Jahreswachstum von 244,1 Prozent, gefolgt von Super Micro und Lenovo.
Die USA bleiben mit fast zwei Dritteln des Umsatzes dominant. Stark zulegen konnten aber auch Kanada, der Nahe Osten samt Afrika sowie Westeuropa, was die globale Verteilung der KI-Nachfrage unterstreicht.




