Der Bund gewährt seinem Prüfkonzern keine Rückkehr zum 30. September, sondern schiebt das Ende der Vergabesperre um einen weiteren Monat auf.
Die Vereinbarung zwischen KPMG Australia und dem Finanzministerium, vorerst nicht auf neue Bundesaufträge zu bieten, läuft nun bis zum 31. Oktober 2026. Ursprünglich sollte die Sperre bereits Ende September enden. Verhängt worden war sie am 16. Juni als Folge des Prüfungsskandals, der das Haus seit Monaten erschüttert.
Hinter der Verlängerung steht ein Zeitproblem. Eine unabhängige Untersuchung unter Leitung des früheren hohen Beamten Ian Watt soll erst am 9. Oktober abgeschlossen sein, ebenfalls später als zunächst zum 30. September geplant. Das Ministerium koppelt das Ende der Sperre damit erkennbar an das Vorliegen dieser Ergebnisse, statt KPMG vorab zurückkehren zu lassen.
Die Beschränkung ist dabei enger gefasst, als es zunächst klingt. Bestehende Verträge bleiben unberührt, ebenso die laufende Lizenzierung oder der Verkauf KPMG-eigener Produkte sowie Angebote, die das Haus vor dem 16. Juni eingereicht hatte. Nach Darstellung des Ministeriums sollen Bundesstellen lediglich bei solchen Ausschreibungen keine Verträge mit KPMG schließen, deren Frist zwischen dem 16. Juni und dem 31. Oktober endet. Für KPMG verlängert sich damit eine Hängepartie, deren Ausgang nun maßgeblich vom Bericht aus Watts Feder abhängt.




