PwC UK schrumpft erstmals seit einem Jahrzehnt

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September 16, 2026
18.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Ein Einbruch im Beratungsgeschäft am Golf zieht die Bilanz von PwC UK ins Minus, während die Partnervergütung steigt und Tausende Stellen wegfallen: ein Muster, das die gesamte Professional-Services-Branche kennt.

Der Golf reißt die Gruppe nach unten

Nach Jahren des Wachstums verbucht PwC UK erstmals seit mindestens zehn Jahren einen Umsatzrückgang. Wie die Financial Times berichtet, sanken die Erlöse der britischen Gruppe, zu der auch das Nahost-Geschäft zählt, in den zwölf Monaten bis Juni um drei Prozent auf 6,2 Milliarden Pfund. Verantwortlich ist vor allem der Mittlere Osten, wo die Einnahmen um 15 Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund einbrachen und damit das Plus von zwei Prozent im größeren britischen Kerngeschäft mehr als aufzehrten. Bereits im zweiten Jahr in Folge gaben die Erlöse in der Region nach, nachdem lukrative Beratungsprojekte in Saudi-Arabien, lange ein zentraler Wachstumstreiber, ausgedünnt waren. PwC verweist auf regionale Konflikte, Marktverwerfungen und Währungseffekte.

Weniger Personal, höhere Partnergehälter

Trotz sinkender Umsätze kletterte die durchschnittliche Partnervergütung auf 935.000 Pfund, getragen von einem harten Sparkurs. Gruppenweit fielen mehr als 4.000 Stellen weg, knapp zwölf Prozent der Belegschaft, während die Gehaltsausgaben um 164 Millionen Pfund oder sechs Prozent zurückgingen. Die Kehrtwende fällt umso deutlicher aus, als PwC zuvor jahrelang zweistellig gewachsen war, mit Raten zwischen neun und sechzehn Prozent und einem Sprung von 26 Prozent im Folgejahr. Als Bremsfaktoren nennt die Analyse eine schwächere Nachfrage nach Beratungsleistungen und die rasante KI-Entwicklung, die etablierte Geschäftsmodelle unter Druck setzt.

Was das für Berater im DACH-Raum bedeutet

Auch wenn die Zahlen aus Großbritannien stammen, ist das Muster für Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Beratungshäuser hierzulande aufschlussreich. Der Rückgang trifft nicht ein schwaches Haus, sondern einen der Big Four auf dem Höhepunkt einer langen Wachstumsphase, und er verweist auf strukturelle Verschiebungen, die vor Ländergrenzen nicht haltmachen: nachlassende Nachfrage im klassischen Consulting und ein durch künstliche Intelligenz beschleunigter Umbau der Leistungsmodelle. Dass parallel bei KPMG UK rund 200 Advisory-Stellen zur Disposition stehen, vorwiegend in Daten- und Technologieteams, fügt sich in dieses Bild einer branchenweiten Neujustierung. Für die DACH-Region ist das ein Fingerzeig, wie schnell auch profitable Beratungssegmente kippen können, wenn Nachfrage und Technologie gleichzeitig in Bewegung geraten.

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