Eine Amerikanerin zieht im Namen aller US-Nutzer vor Gericht. Sie behauptet, der Chatbot habe Gespräche still an Werbekonzerne weitergeleitet. Bei Erfolg drohen Milliardenforderungen.
Eine Frau aus dem Westen der USA hat OpenAI vor Gericht gebracht. Sie behauptet, der Konzern habe die Gespräche seiner Nutzer angezapft und an Dritte weitergegeben. Konkret nennt sie Meta und Google als Empfänger. Die Klage soll alle Amerikaner vertreten, die jemals etwas in ChatGPT eingetippt haben.
Die Klageschrift beschreibt einen Mechanismus, den viele Webseitenbetreiber nutzen: kleine Codeschnipsel, die Besucherverhalten aufzeichnen. Im Fall von ChatGPT sollen das Facebook-Pixel und ein Analysedienst von Google zum Einsatz gekommen sein. Diese Werkzeuge hätten bei jeder Eingabe Informationen abgegriffen: worüber jemand sprach, wer die Person ist, wie sie erreichbar ist. Über gespeicherte Dateien im Browser ließen sich die Daten mit bestehenden Profilen bei den Werbeplattformen verknüpfen.
ChatGPT dient vielen als digitaler Vertrauter. Menschen fragen nach Symptomen, bitten um Rat bei Beziehungsproblemen, lassen Geschäftsbriefe formulieren. Manche kopieren vertrauliche Firmendokumente hinein. Wer solche Dinge eintippt, rechnet nicht damit, dass Werbekonzerne mitlesen. Genau das aber sei passiert, argumentiert die Klägerin.
Das kalifornische Recht sieht für jeden einzelnen Verstoß 5.000 Dollar Entschädigung vor. Multipliziert mit der Nutzerzahl von ChatGPT ergeben sich schnell Summen mit neun oder zehn Stellen. Meta und Google wurden nicht mitverklagt. Die Klage zielt allein auf OpenAI als Verantwortlichen für den eingebauten Code.
Wenige Wochen zuvor traf es einen Konkurrenten. Die Suchmaschine Perplexity sieht sich mit fast identischen Vorwürfen konfrontiert. Dort soll sogar der Privatmodus nicht vor dem Datenabfluss geschützt haben. Beide Verfahren folgen auf Ankündigungen, wonach KI-Firmen Nutzerdaten für Werbung verwerten wollen. Was 2025 noch als Absichtserklärung durchging, wird jetzt zum Streitgegenstand vor Gericht.
OpenAI hat bislang geschwiegen. Ob das Verfahren als Sammelklage zugelassen wird, entscheidet über die Reichweite. Sollte das gelingen, könnten Richter erstmals festlegen, wie transparent KI-Anbieter mit Nutzerdaten umgehen müssen.




