Der Softwarekonzern kauft einen Anbieter für Master Data Management. Die Übernahme soll KI-Anwendungen mit besseren Daten versorgen.
SAP greift in den USA zu. Das Ziel heißt Reltio, ein Anbieter, der Unternehmen hilft, ihre Datenbestände zu ordnen. Die Software führt Informationen aus verschiedenen Quellen zusammen, entfernt Duplikate und schafft eine einheitliche Basis für weitere Anwendungen. Über den Preis schweigen beide Seiten. Bei einer Kapitalrunde vor gut vier Jahren hatten Investoren das Unternehmen mit 1,7 Milliarden Dollar bewertet.
Der Hintergrund ist strategisch. Künstliche Intelligenz verspricht viel, liefert aber nur, wenn die Datenbasis stimmt. Viele Firmen kämpfen damit, dass ihre Informationen über Dutzende Systeme verstreut liegen und nicht zueinander passen. Reltio soll diese Lücke schließen und die SAP Business Data Cloud aufwerten. SAP will eine Plattform bauen, die sowohl eigene als auch fremde Daten verarbeiten kann.
Muhammad Alam, der im SAP-Vorstand Produkte und Technik verantwortet, sieht in der Übernahme einen Hebel: „Die Übernahme wird unsere Position als führender Business-AI-Anbieter weiter verbessern, indem sie uns ermöglicht, SAP- und Nicht-SAP-Daten miteinander zu kombinieren, um so den Datenkontext zu liefern, den hochqualitative Business-AI benötigt." SAP arbeitet an sogenannter agentischer KI, also an Systemen, die selbstständig Aufgaben übernehmen. Ohne verlässliche Daten funktioniert das nicht.




