Private Equity verändert die globale Wirtschaftsprüfungsbranche grundlegend durch Konsolidierung, externes Kapital und technologiegetriebenes Wachstum. Mehr als 1.000 Kanzleien haben laut Branchenverband in den vergangenen zehn Jahren Private-Equity-Investitionen erhalten.
Das 5 Milliarden Dollar schwere Take-private-Angebot für CBIZ durch Grant Thornton Advisors im vergangenen Monat ist nur ein weiteres Zeichen für den grundlegenden Wandel in der Wirtschaftsprüfungsbranche. Grant Thornton bezeichnet den Deal als größte Transaktion seiner Art seit mehr als 25 Jahren, die das Unternehmen zum fünftgrößten Anbieter von Professional-, Steuer- und Beratungsdienstleistungen in den USA macht. Der CBIZ-Buyout ist Teil eines Wandels weg von den traditionellen, national organisierten Partnerschaftsmodellen der Branche hin zu neuen Zusammenschlüssen, Zukäufen und externem Kapital. Der internationale Prüferverband IFAC schätzt, dass in der vergangenen Dekade mehr als 1.000 Kanzleien Private-Equity-Investitionen erhalten haben.
Zu den bemerkenswerten Deals der vergangenen zwei Jahre zählt Blackstones Übernahme eines Anteils an Citrin Cooperman von New Mountain Capital. Des Weiteren übernahm Cinven die Mehrheit an Grant Thornton UK zu einer Bewertung von rund 1,5 Milliarden Pfund und kaufte anschließend Grant Thornton Germany komplett. Auch KKR ist aktiv, das Haus unterstützte im Juni die Schaffung einer alternativen Praxisstruktur für das Non-Audit-Beratungsgeschäft von Crowe in einem rund 3 Milliarden Dollar schweren Deal. Katie Ballardie, Director bei August Equity, erklärt die Attraktivität des Marktes mit dessen Fragmentierung: Allein in Großbritannien gebe es rund 9.000 Rechtspraxen. Partnerschaften suchten deshalb zunehmend Private-Equity-Deals, um zu expandieren, Digitalisierung zu finanzieren und bestehenden Partnern einen Ausstieg zu ermöglichen.




