Die neuen Zahlen zum zweiten juristischen Staatsexamen zeigen erneut ein starkes Gefälle zwischen den Bundesländern. Ein Spitzenprädikat bleibt bundesweit die absolute Ausnahme.
Kaum eine Prüfung fällt je nach Standort so unterschiedlich aus wie diese, und die frisch vom Bundesamt für Justiz vorgelegten Werte bestätigen das Muster. Am schwersten tun sich die Prüflinge in Schleswig-Holstein, wo mit 23,4 Prozent der höchste Anteil scheitert, ein Befund, dessen Hintergründe im Land gerade aufgearbeitet werden. Hinter dem Norden folgen Sachsen-Anhalt mit 18,3 und Bayern mit 16,3 Prozent. Genau umgekehrt liegt der Fall in Hamburg, das bei den Bestnoten regelmäßig heraussticht. Ein Drittel der dortigen Absolventen verlässt die Prüfung mit einem Prädikat, während in Schleswig-Holstein nur jeder zehnte diese Schwelle erreicht.
Der Großteil der Prüflinge landet bundesweit im Mittelfeld, gut vier von zehn schließen mit „befriedigend" ab. Ganz oben wird es dünn: Die Höchstnote ging an lediglich vier Personen im ganzen Land, ein noch kleinerer Anteil als in der ersten Prüfung. Unter allen Teilnehmenden sind Frauen wie schon im ersten Examen in der Überzahl, und der Anteil der Prädikate liegt traditionell etwas über dem des schriftlichen ersten Staatsexamens.
Stellt man beide Prüfungen nebeneinander, erweist sich das Assessorexamen als die mildere. Im ersten Examen fällt mehr als ein Viertel durch, im zweiten nur gut jeder achte. Bei der Zahl der erfolgreichen Absolventen deutet sich zugleich ein leichter Abwärtstrend an.




