Audi kappt Prognose wegen China und Zöllen

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July 29, 2026
30.07.2026
3 Minuten Lesezeit

Audi senkt wegen des schwierigen China-Geschäfts, US-Zöllen und der Eskalation im Nahen Osten seine Jahresprognose. Der Gewinn im zweiten Quartal sank um rund 21 Prozent.

Umsatzerwartung deutlich nach unten korrigiert

Audi kappt seine Prognose. Angesichts eines immer schwieriger werdenden Marktes in China und der Eskalation im Nahen Osten erwartet der Autobauer im laufenden Jahr weniger Umsatz und Rendite, wie er mitteilte. Der Gewinn im zweiten Quartal sank um rund 21 Prozent auf 563 Millionen Euro nach Steuern. Die Zahlen betreffen Audi als Teilkonzern von Volkswagen und schließen damit auch Lamborghini, Bentley und Ducati ein. Konkret erwartet Audi nun nur noch Umsätze zwischen 58 und 63 Milliarden Euro, nach dem ersten Quartal hatte die erwartete Spanne mit 63 bis 68 Milliarden Euro noch um 5 Milliarden Euro höher gelegen. Zudem senkte Audi auch die Erwartung für die Rendite, was zusammen voraussichtlich auch einen niedrigeren Gewinn bedeuten würde. Der Rückgang beim Gewinn fällt allerdings vergleichsweise moderat aus verglichen mit dem Einbruch um rund ein Drittel bei Konzernmutter Volkswagen im zweiten Quartal. Bei Audi machen sich offenkundig bereits die Sparbemühungen bemerkbar, zudem musste der Hersteller dieses Jahr weniger Geld für Restrukturierungen zurückstellen als im Vorjahr. Finanzchef Jürgen Rittersberger hofft auf Verbesserungen im zweiten Halbjahr, unter anderem durch neue Modelle und geringere Kosten. Zudem sei dieses traditionell das stärkere Halbjahr.

China-Geschäft bricht deutlich ein

Treiber der Krise ist unter anderem die Situation in China, dort und in den USA verlor Audi zuletzt deutlich an Absatz. Zudem herrscht ein starker Preiswettbewerb. Das China-Geschäft, das bei Audi wegen der dortigen Joint-Ventures im Finanzergebnis verbucht wird, trug im gesamten ersten Halbjahr nur noch 73 Millionen Euro bei. Im Vorjahreszeitraum war es noch fast viermal so viel. Damit verschärft sich die Situation für den bereits von einem Sparprogramm betroffenen Autobauer zusätzlich, zumal auch die ebenfalls kriselnde Mutter Volkswagen über die Streichung weiterer Zehntausender Stellen konzernweit nachdenkt und vier Werke auf dem Prüfstand stehen. Darunter offenbar auch das Audi-Werk in Neckarsulm. VW-Chef Oliver Blume betonte zuletzt jedoch, Werksschließungen vermeiden zu wollen: „Es gibt intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Das ist immer die letzte Option.“ Rittersberger kommentierte Berichte über mögliche Kapazitätssenkungen in Neckarsulm und Ingolstadt nicht direkt, betonte aber, dass die aktuellen Zahlen zeigten, dass die bisherigen Bemühungen nicht ausreichten. Man werde den eingeschlagenen Weg weitergehen müssen. Für Neckarsulm gebe es aber „kein Gegeneinander der beiden deutschen Standorte“, wenn alle mithelfen würden, könne eine Zukunft für den Standort organisiert werden. Allerdings bestätigte Rittersberger die Streichung der dortigen Nachtschicht. Aktuell läuft bereits ein Stellenabbauprogramm bei den Ingolstädtern. Im März vergangenen Jahres hatte das Unternehmen den Abbau von bis zu 7.500 Jobs bis 2029 angekündigt.

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