Australische Politik knöpft sich KPMG vor

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June 11, 2026
12.06.2026
2 Minuten Lesezeit

Während die Beratungsgesellschaft Workshops zu moralischem Verhalten in ihrer Prüfungsabteilung abhielt, ließ sie die Hinweise eines früheren Direktors über zwei Jahre lang unbeachtet. Am 19. Juni müssen 13 Partner vor einem Parlamentsausschuss erscheinen.

Ein Widerspruch wird sichtbar

Im Jahr 2025 ließ KPMG seine Prüfungssparte einer kulturellen Überprüfung unterziehen. Heraus kamen zehn Empfehlungen, darunter Workshops zu ethischen Entscheidungen und kollegiale Gespräche über moralische Fragen. Zur gleichen Zeit lief in der Konzernspitze ein Verfahren, das man später selbst als unzureichend untersucht bezeichnete. Die Hinweise stammten von einem ehemaligen Audit-Direktor. Bereits im Mai 2024 hatte er gemeldet, dass Partner vertrauliche Aufsichtsratsunterlagen des Immobilienkonzerns Lendlease genutzt hätten, um sich um Prüfmandate bei Westpac und Dexus zu bewerben.

Neue Vorwürfe rund um Telstra

In einer Mail vom August 2025 listete der Hinweisgeber insgesamt 17 Anschuldigungen auf. Darunter befindet sich auch ein bislang unveröffentlichter Vorwurf: Audit-Partner sollen Gespräche mit einem Telstra-Manager heimlich aufgezeichnet und intern weitergeleitet haben. KPMG erklärte zunächst, der Vorwurf habe sich nicht erhärtet. Die Sache wird nun erneut geprüft.

Wer zur Anhörung muss

Der Untersuchungsausschuss hat 13 aktuelle und frühere Partner geladen. Darunter sind Ex-CEO Andrew Yates, der ehemalige Prüfungschef Julian McPherson, die kürzlich zurückgetretene Operativchefin Eileen Hoggett sowie Aufsichtsratschef Martin Sheppard. Auch der designierte globale Chairman Gary Wingrove und die weltweite Chefjuristin Anne Collins müssen erscheinen. Hinzu kommen Vertreter von Lendlease, Ashurst, Allens und der Wertpapieraufsicht ASIC.

Suche nach den richtigen Antworten

KPMG hat die Anwaltskanzlei Allens mit einer neuen, vierten Untersuchung beauftragt und sich beim Hinweisgeber für das frühere Vorgehen entschuldigt. Parallel überprüft die Beratungsgesellschaft Principia Advisory die internen Strukturen für Whistleblower. Wie glaubwürdig diese Anstrengungen sind, dürfte sich bei der Anhörung am 19. Juni zeigen.

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