Der Versicherer verbindet sein Policenangebot mit Beratungsleistungen des Wirtschaftsprüfungshauses. Damit reagiert die Branche auf eine Welle spektakulärer Hackerangriffe und auf wachsenden Druck der Aufsicht.
Wer heute eine Cyberversicherung abschließt, will mehr als nur Geld nach einem Vorfall. Das ist die Lehre aus den vergangenen Monaten, in denen britische Handelsketten wie Marks & Spencer, Co-op und Harrods reihenweise zum Ziel ausgeklügelter Attacken geworden sind. Über die Digitalplattform des Versicherers können Mandanten künftig auf Beratungsleistungen zugreifen, die das gesamte Spektrum von Prävention bis Erkennung abdecken. Dazu gehören Schwachstellenanalysen, simulierte Krisenfälle und durchgehende Überwachung.
Die Wucht der jüngsten Vorfälle hat die Branche aufgerüttelt. Co-op beziffert seinen Schaden auf rund 206 Millionen Pfund an entgangenem Umsatz und weitere 80 Millionen Pfund an Gewinneinbußen. Marks & Spencer rechnet sogar mit einer Belastung von etwa 300 Millionen Pfund. Pikant: Keiner der beiden Konzerne war ausreichend gegen solche Großschäden abgesichert.
Auffällig ist eine Diskrepanz, die Beobachter seit Längerem irritiert. Während die Schadensfälle 2025 auf einen historischen Höchststand kletterten, sanken die Prämien im Schnitt um elf Prozent. Mehr Kapazitäten, neue Anbieter und ambitionierte Wachstumsziele drücken die Preise nach unten, obwohl die Risiken nach oben zeigen.
Auch der Gesetzgeber bringt sich in Position. Im November 2025 brachte das britische Parlament den Cyber Security and Resilience Bill ein, der die Aufsicht modernisieren soll. Bemerkenswert bleibt die niedrige Verbreitung solcher Policen. Nur sieben Prozent aller britischen Unternehmen verfügen über eine eigenständige Cyberversicherung.
Die Vereinbarung mit Deloitte fügt sich in eine größere Strategie. Erst vor wenigen Wochen hatte AXA XL eine eigene Geschäftseinheit für Schadenvermeidung geschaffen. Konzernchef Scott Gunter spricht von Prävention als Kernbestandteil der Kundenbetreuung.




