BaFin-Präsident Mark Branson hat auf der Jahrespressekonferenz vor wachsenden Verwundbarkeiten im Private-Debt-Markt gewarnt und die zunehmende Verbreitung dieser Anlageklasse unter Privatanlegern als regulatorische Priorität hervorgehoben.
BaFin-Präsident Mark Branson hat auf der Jahrespressekonferenz am 12. Mai 2026 in Frankfurt vor erheblichen Risiken im Markt für Private Debt gewarnt. In den USA hätten einige Fonds im ersten Quartal 2026 Rückzahlungswünsche in Höhe von mehreren Milliarden US-Dollar nicht bedienen können. Manche Private-Debt-Fonds hätten Softwareunternehmen finanziert, deren Geschäftsmodelle durch den breiten KI-Einsatz in Frage gestellt werden könnten, oder Kredite an Kreditnehmer zweifelhafter Qualität mit Ratings wenig bekannter Agenturen vergeben. Die Qualität des Marktes sei über einen vollständigen Kreditzyklus, insbesondere in Stressphasen, noch nicht getestet worden. Hinzu kommt die enge Verflechtung mit dem traditionellen Bankensektor: Banken finanzieren Private-Debt-Anbieter, Risiken aus diesem Markt könnten so ihren Weg in den klassischen Bankensektor finden.
Durchschnittlich machen alternative Anlagen knapp 20 Prozent der Kapitalanlagen von Versicherern aus, davon ein Viertel in Private Debt. Bei knapp 40 Versicherern liegt der Anteil alternativer Anlagen über 35 Prozent, einige wenige haben mehr als ein Viertel ihrer Anlagen in Private Debt. Hier sieht die BaFin Verbesserungsbedarf beim Limitsystem und steht mit den betroffenen Unternehmen im Dialog. Branson betonte zudem, dass Private Equity und Private Debt zunehmend an Privatanleger vertrieben werden, etwa über ELTIFs. Wer über solche Fondsmäntel in illiquide Anlageklassen investiert, müsse sich der besonderen Risiken bewusst sein: mangelnde Liquidität, Bewertungskomplexität und teils sehr hohe Kostenbelastungen von bis zu fünf bis sechs Prozent jährlich. Die BaFin ermuntert die europäischen Institutionen, für klarere Risikoindikatoren in ELTIF-Produkten zu sorgen.




