Commerzbank-Chefin blockt Orcels 34,7-Milliarden-Offerte ab

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March 18, 2026
19.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Frankfurter Bankchefin lehnt das Unicredit-Angebot kategorisch ab. Verdi warnt vor Verlust von 15.000 Jobs. Für jede Aktie bietet Orcel 30,80 Euro. Nur Hessens Rhein hält sich die Tür offen.

30,80 Euro je Aktie, 0,485 Unicredit-Papiere

Andrea Orcel startet die nächste Runde. Der Unicredit-Chef legt den Commerzbank-Aktionären ein formelles Kaufangebot vor und bewertet das Frankfurter Institut mit 34,7 Milliarden Euro. Für jede Commerzbank-Aktie bietet die Mailänder Bank 0,485 eigene Papiere, das entspricht 30,80 Euro je Anteil. Orcel will mehr als 30 Prozent erreichen, aber keine Kontrolle übernehmen. Das offizielle Angebot soll Anfang Mai starten, mit vierwöchiger Frist. Die BaFin muss noch zustimmen.

Verdi: 15.000 Arbeitsplätze in Deutschland bedroht

Die Reaktion aus Frankfurt fällt eisig aus. Bettina Orlopp lässt vier Stunden nach Orcels Vorstoß mitteilen: Das Vorgehen sei nicht abgestimmt gewesen. Fehlende Informationen zur Transaktion schaffen aus ihrer Sicht keine Grundlage für Gespräche. Orcel hatte in einer Telefonkonferenz erklärt, es sei Zeit zu reden. Doch genau das lehnt die Commerzbank-Führung ab. Auch die Mitarbeitervertreter gehen auf Konfrontation. Verdi-Vertreter Frederik Werning warnt: Eine solche Übernahme wäre nichts anderes als ein Kosteneinsparprogramm und würde weit über 15.000 Arbeitsplätze in Deutschland kosten.

Commerzbank-Aktie springt 8,8 Prozent nach oben

Die Bundesregierung, die zwölf Prozent hält, lehnt eine feindliche Übernahme offiziell ab. Ein Sprecher des Finanzministeriums erklärte: Bisher gebe es nur Ankündigungen. Sollte es zur Offerte kommen, müssten Vorstand und Aufsichtsrat eine Empfehlung aussprechen. Etwas offener zeigt sich Hessens Ministerpräsident Boris Rhein. Er will die Situation ergebnisoffen prüfen, betont aber: Der Finanzplatz Frankfurt dürfe nicht geschwächt werden. Die Commerzbank-Aktie sprang am Montag um 8,8 Prozent nach oben, Unicredit legte nur 0,8 Prozent zu. Orcel hatte Ende 2024 erstmals seine Beteiligung bekannt gegeben und diese später ausgebaut. Sein Versuch, den italienischen Rivalen Banco BPM zu übernehmen, war an der Ablehnung der italienischen Regierung gescheitert.