Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hat Gremienvorsitzende auf fünf Kontinenten befragt. Die Ergebnisse zeigen, welche Themen künftig die Agenda bestimmen werden.
Wer heute einem Prüfungsausschuss vorsitzt, navigiert durch unruhiges Gewässer. Märkte verändern sich in atemberaubendem Tempo, regulatorische Anforderungen wachsen, technologische Umbrüche fordern etablierte Geschäftsmodelle heraus. Die Zeiten, in denen sich Kontrollgremien auf Quartalsberichte und Jahresabschlüsse konzentrieren konnten, sind vorbei. Deloitte hat für eine aktuelle Studie rund 50 Persönlichkeiten interviewt, die in internationalen Konzernen den Vorsitz von Prüfungsausschüssen führen. Die Gesprächspartner stammten aus Amerika, Europa, Asien und Afrika und repräsentierten unterschiedlichste Branchen. Ziel war es, ein umfassendes Bild davon zu gewinnen, wie sich die Funktion weltweit entwickelt.
Die Gespräche förderten eine bemerkenswerte Übereinstimmung zutage. Egal ob in Tokio, London oder São Paulo: Die Befragten verstehen ihre Aufgabe ähnlich. Finanzberichterstattung überwachen, Risiken im Blick behalten, für Transparenz sorgen. Diese Grundpfeiler gelten überall. Gute Unternehmensführung folgt offenbar universellen Prinzipien. Bei aller Einigkeit zeigten sich auch Unterschiede. In Europa dominiert das Thema Nachhaltigkeit die Diskussionen. Neue Berichtspflichten und steigende Erwartungen von Kapitalgebern zwingen Unternehmen, Umwelt- und Sozialaspekte stärker in ihre Strategie einzubinden. Ausschussvorsitzende auf dem Kontinent beschäftigen sich intensiver mit diesen Fragen als ihre Kollegen anderswo.
Ein Thema zieht sich durch sämtliche Interviews: der Umgang mit maschineller Intelligenz. Die Befragten sehen sowohl Potenziale als auch Gefahren. Wie verändert Automatisierung interne Prozesse? Welche neuen Risiken entstehen durch den Einsatz lernender Systeme? Wie lässt sich darüber transparent berichten? Diese Fragen beschäftigen Gremienvorsitzende rund um den Globus. Die Studie richtet sich nicht nur an aktuelle Amtsinhaber. Auch künftige Ausschussvorsitzende können aus den Erkenntnissen lernen. Komplexität wird nicht verschwinden, aber wer die richtigen Prioritäten setzt und den Austausch mit Fachleuten sucht, kann auch in turbulenten Zeiten Kurs halten. Deloitte liefert mit der Befragung einen Kompass für diese Aufgabe.




