Im Interview spricht der neue Regionalchef Rob Hillard über die Rolle künstlicher Intelligenz in Konzernstrategien. Sein Befund: Wer die Technologie sauber in Kernprozesse integriert, verschafft sich einen handfesten Vorsprung. Doch die Regulierung kommt nicht hinterher.
In den Vorstandsetagen der Asien-Pazifik-Region hat sich die Tonart verändert. KI ist längst nicht mehr das neue Tool, mit dem ein paar Mitarbeiter herumprobieren dürfen. Sie wird als strategische Ressource verstanden, die direkten Einfluss auf Umsatz und Kundenbeziehungen hat.
Rob Hillard, seit Kurzem an der Spitze der Region für Deloitte, sieht darin mehr als einen Modewechsel. Für ihn entscheidet die konsequente Verankerung in den Geschäftsprozessen darüber, ob Unternehmen die nächsten Wachstumssprünge schaffen.
Anders als oft suggeriert, liegt der Nutzen nicht in einzelnen Vorzeigeanwendungen. Entscheidend ist, ob ein Konzern seine Datenflüsse so organisiert, dass Modelle zuverlässig trainiert und in den Alltag eingebunden werden können. Erst wenn Wissensarbeit wiederholbar automatisiert wird, von der Kundenbetreuung bis zur Personalplanung, entsteht messbarer Wert.
Hillard betont, dass sich der Wettbewerb verschiebt. Wer KI nur als Sparinstrument betrachtet, greift zu kurz. Der eigentliche Vorteil liegt darin, Kundenbeziehungen neu zu gestalten und Angebote zu schaffen, die ohne die Technologie undenkbar wären. In den asiatischen Märkten, wo mobile Plattformen und schnelle Produktzyklen den Alltag prägen, schlägt sich das besonders deutlich nieder.
Eine Schattenseite spricht der Manager offen an. Die Gesetzgebung kommt mit dem Tempo der Entwicklung nicht mit. Gerade in Asien stoßen unterschiedliche nationale Ansätze aufeinander, was länderübergreifende Projekte erschwert. Unternehmen müssen klären, welche Daten für das Training erlaubt sind und wie Entscheidungen nachvollziehbar bleiben.
Für Investoren wird das zunehmend zum Prüfkriterium. Wer nur über Technologie redet, überzeugt nicht mehr. Gefragt sind belastbare Kennzahlen.




