Die Beratungsgesellschaft und der Chiphersteller wollen gemeinsam dafür sorgen, dass Konzerne leichter Zugang zu KI-Produkten junger Anbieter bekommen. Bis zu hundert Startups sollen Teil des Programms werden.
Wer als junges Unternehmen mit einem vielversprechenden KI-Produkt versucht, in die Konzernwelt vorzudringen, kennt die Hürden. Vertriebskanäle fehlen, Entscheidungswege sind lang, die Schnittstellen zu bestehenden Systemen kompliziert. Genau hier setzt eine neue Initiative an, die Deloitte gemeinsam mit Nvidia ins Leben gerufen hat. Unter dem Namen Adopt 100 sollen ausgewählte Startups direkt in die Beratungsangebote des Hauses integriert werden. Den Anfang macht eine erste Auswahl an Firmen, darunter PolyAI und Doubleword. Mit der Zeit soll der Kreis auf etwa hundert Unternehmen anwachsen. Alle Teilnehmer stammen aus dem sogenannten Nvidia Inception Programm, das die Reife der KI-Anwendungen voraussetzt.
Für die Mandanten von Deloitte bedeutet die Zusammenarbeit, dass sie nicht selbst den Markt nach passenden Lösungen durchforsten müssen. Stattdessen bringt das Beratungshaus konkrete Geschäftsprobleme mit den jeweils passenden Werkzeugen aus dem Adopt-100-Portfolio zusammen und übernimmt die Einführung in die bestehenden Abläufe. Während des gesamten Prozesses stehen sowohl Deloitte als auch Nvidia mit technischer Unterstützung zur Seite. Damit die Verbindung zwischen dem jungen Anbieter und dem Großkunden tatsächlich funktioniert, arbeiten Berater, Hersteller und Kundenteam gemeinsam an der Umsetzung.
Sam Roddick, Chief Strategy Officer bei Deloitte Consulting Services, sieht im Vereinigten Königreich einen führenden Standort für KI-Entwicklung mit lebendiger Startup-Szene. Trotzdem hätten viele Unternehmen Schwierigkeiten, die Technologie sinnvoll zu skalieren, während junge Anbieter nur schwer Zugang zum Markt fänden. Adopt 100 solle diese Lücke schließen und Konzernen helfen, über das bloße Experimentieren hinauszukommen.
Tobias Halloran, bei Nvidia für Startups in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Indien zuständig, formuliert ähnlich. Europa habe starke KI-Gründer, doch vielen fehle der klare Weg von ersten Erfolgen bis zum Großkundengeschäft. Die Kooperation mit Deloitte solle diesen Übergang erleichtern und schnellere Markteinführungen ermöglichen.
Adopt 100 ist nicht die einzige KI-Aktivität bei Deloitte in den vergangenen Tagen. Erst vergangene Woche hatte die britische Niederlassung die neue Position einer Chief AI Officer geschaffen und mit Hayley McKelvey besetzt. Damit signalisiert das Beratungshaus, dass es seine Aktivitäten rund um künstliche Intelligenz weiter ausbauen und prominenter platzieren will.




