Die Beratungsgesellschaft und der amerikanische Softwareanbieter wollen Konzernen helfen, ihre Vertragsprozesse zu modernisieren. Im Mittelpunkt steht der Einsatz von KI-Agenten über den gesamten Lebenszyklus eines Vertrags hinweg.
Verträge stehen im Herzen jeder Unternehmensaktivität, doch in vielen Häusern werden sie noch immer mit einem Sammelsurium aus unterschiedlichen Werkzeugen verwaltet. Das Ergebnis: lange Bearbeitungszeiten, fehlende Übersicht über Pflichten und Risiken sowie wenig Möglichkeiten, aus den eigenen Vertragsdaten Erkenntnisse zu ziehen. Genau hier setzt die neue Partnerschaft zwischen Deloitte Tax LLP und Ironclad an. Die beiden Häuser haben Anfang Juni eine strategische Allianz angekündigt, die Konzernen den Sprung in eine vollständig digitalisierte Vertragsbearbeitung erleichtern soll. Den fachlichen Hintergrund liefert die Sparte Legal Business Services bei Deloitte, die technische Plattform stellt Ironclad.
Aus Sicht der Verantwortlichen ergänzen sich die Stärken beider Unternehmen. Carin Giuliante, Chefin von Deloitte Tax LLP, betont, dass Verträge zwar zentrale Bedeutung für Geschäftsabläufe und Risikomanagement hätten, viele Firmen ihre Prozesse aber noch immer mit Bruchstücklösungen führten. Durch die Kombination aus moderner Technologie und Transformationserfahrung sollen Mandanten schneller arbeiten, bessere Einblicke gewinnen und konkrete Ergebnisse erzielen. Auf der Gegenseite sieht Ironclad-Chef Dan Springer in der Zusammenarbeit einen erheblichen Schritt nach vorn. Die Kombination aus seiner KI-Plattform und der branchennahen Expertise des Beratungshauses solle Vertragsprozesse nicht nur modernisieren, sondern in einen strategischen Vorteil verwandeln.
Bemerkenswert ist der Hinweis von Teju Deshpande, der bei Deloitte das Mandat für die Ironclad-Allianz verantwortet. Er macht klar, dass der reine Einsatz von KI noch keinen Mehrwert schaffe. Erst wenn Innovation in das Betriebsmodell, die Kontrollmechanismen und die Datengrundlage eingebettet sei, entstehe konkreter Nutzen. Dazu gehöre auch eine angemessene menschliche Aufsicht. Die Botschaft hinter dem Bündnis fügt sich in den Trend, dass Beratungshäuser und Softwareanbieter immer häufiger gemeinsame Sache machen, statt zu konkurrieren. Beide Seiten profitieren: Die einen liefern Implementierung und Branchenkenntnis, die anderen die technologische Grundlage.




