Dan Black verantwortet bei EY die Weiterbildung von 400.000 Mitarbeitern weltweit. Im Gespräch macht er deutlich, warum die mediale Sorge vor massivem Stellenabbau seiner Erfahrung nach an der Realität vorbeigeht.
Die jüngste CEO Outlook Survey von EY-Parthenon zeigt ein klares Bild. Während 2024 noch 46 Prozent der Vorstandschefs davon ausgingen, KI werde zu weniger Einstellungen führen, ist dieser Anteil 2026 auf 20 Prozent geschrumpft. Black erklärt die Verschiebung damit, dass Führungskräfte erkannt hätten: Investitionen in Technologie müssen mit Investitionen in Menschen einhergehen. Wer als Unternehmen wachsen wolle, brauche weiterhin Mitarbeiter. Nur wer im Status quo verharre, riskiere, durch KI ersetzt zu werden.
Bei EY selbst beginnt die Umstellung mit einer detaillierten Bestandsaufnahme der vorhandenen Kompetenzen. Lebensläufe und Abschlüsse, so Black, sagten oft wenig darüber aus, was Beschäftigte tatsächlich könnten. Mithilfe technischer Auswertungen werde dieses ungenutzte Potenzial sichtbar. Im nächsten Schritt werden Rollen neu zugeschnitten, aufgeteilt in technische, geschäftliche und Führungsfähigkeiten. 44 Prozent der befragten CEOs setzen bereits auf solche Hybridrollen aus menschlicher Arbeit und KI, 42 Prozent investieren in großflächige Umschulungen.
Tools allein reichen nicht. EY hat vor zwei Jahren ein neues Arbeitgeberversprechen eingeführt, das mehr Beweglichkeit in der Organisation fördern soll. Eine interne Mobilitätsplattform öffnet seit April allen Mitarbeitern den Zugang zu offenen Stellen im Konzern.
Wer als Personalchef nachweisen will, dass sich die Investitionen lohnen, sollte laut Black auf drei Größen achten: die Beteiligung an Lern- und Skill-Programmen, das Verhältnis von intern besetzten zu extern eingestellten Positionen sowie die Auswertung regelmäßiger Mitarbeiterbefragungen. KI helfe inzwischen dabei, diese Daten in einer Tiefe zu analysieren, die früher nicht möglich gewesen sei.




