EY zählt so wenige Börsengänge wie seit 2020 nicht

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April 1, 2026
02.04.2026
2 Minuten Lesezeit

Das erste Quartal brachte weltweit nur 230 Neuemissionen. Trotzdem floss mehr Geld als im Vorjahr, weil Investoren auf Schwergewichte setzen.

Flaute mit Ausnahmen

Die Börsen bleiben für Neulinge ein schwieriges Pflaster. EY hat die Zahlen für das erste Quartal 2026 ausgewertet und kommt auf 230 Börsengänge weltweit. Das sind 23 Prozent weniger als vor einem Jahr und der niedrigste Stand seit dem Corona-Einbruch 2020. Steigende Ölpreise, zitternde Kurse und der Konflikt im Nahen Osten haben viele Firmen abgeschreckt. Weniger Deals bedeuten nicht weniger Kapital. Das Emissionsvolumen legte um mehr als ein Drittel zu und erreichte 40,6 Milliarden Dollar. Investoren greifen bevorzugt bei etablierten Unternehmen mit solidem Geschäftsmodell zu. Die Zahl der Transaktionen jenseits der 500-Millionen-Marke stieg von 14 auf 22. Kleinere Emissionen unter 100 Millionen Dollar schrumpften dagegen um fast 40 Prozent.

Munition für Amsterdam

Der Spitzenreiter kam aus Tschechien. Der Rüstungskonzern CSG debütierte an der Euronext Amsterdam und sammelte 4,5 Milliarden Dollar ein. Verteidigung und Infrastruktur profitieren vom geopolitischen Klima. Die Aufrüstung der NATO-Staaten treibt die Branche an. China überraschte mit 68 Neuemissionen und einem Volumen von 16,7 Milliarden Dollar. Die USA dagegen verzeichneten 55 Prozent weniger Deals. Europa hielt sich dank des CSG-Debüts im Plus beim Volumen, obwohl weniger Firmen an den Markt gingen.

Abwarten statt Aufbruch

Viele Unternehmen nutzen die Pause, um sich für bessere Zeiten vorzubereiten. Tobias Meyer von EY Schweiz beobachtet eine abwartende Haltung: Firmen feilen an ihrer Kapitalmarktreife, statt sich ins Risiko zu stürzen. Für Deutschland dürfte ein ähnliches Bild gelten, nachdem auch hierzulande seit Längerem kaum größere Börsengänge stattfinden.