Der auf Technologie spezialisierte Private-Equity-Investor Francisco Partners hat sein verwaltetes Vermögen um fast ein Drittel auf 21 Milliarden Dollar in neuen Fonds erhöht. Damit stemmt sich das Haus gegen den branchenweiten Rückgang beim Tech-Fundraising.
Der auf Technologie spezialisierte Private-Equity-Investor Francisco Partners hat sein Kapital um fast ein Drittel aufgestockt und damit dem branchenweiten Rückgang beim Tech-Fundraising getrotzt. Die 75 Milliarden Dollar schwere Firma sammelte insgesamt 21 Milliarden Dollar über den Flaggschifffonds Francisco Partners VIII und den kleineren Mid-Market-Fonds Agility IV ein. Beide übertrafen ihre Zielvolumen von 14 beziehungsweise 3,5 Milliarden Dollar deutlich, mit 16,4 beziehungsweise 4,6 Milliarden Dollar. Zu den Investoren zählen laut Pitchbook-Daten unter anderem das Boston Retirement System, Calpers und das Pennsylvania State Employees' Retirement System. Mit den neuen Fonds will Francisco Partners vor allem in Healthcare IT, Bildungstechnologie, industrielle Software, Cybersicherheit und Fintech investieren. Andrew Brown, globaler Leiter für Fundraising bei Francisco, sieht KI in diesen Sektoren als weniger unmittelbar disruptiv, da Kunden dort wegen hoher Wechselkosten und regulatorischer Hürden traditionell langsamer neue Technologien adaptieren.
Der Erfolg von Francisco Partners fällt in ein deutlich schwächeres Branchenumfeld, Investoren prüfen Software-Investments strenger, wegen der KI-Disruption und überhöhter Bewertungen aus der Boomphase 2020 bis 2022. Bis Ende Juni 2026 schlossen 38 tech-fokussierte Private-Equity-Fonds mit einem Gesamtvolumen von 26,24 Milliarden Dollar. Deutlich weniger als die 97 Milliarden Dollar über 100 Fonds im gesamten Jahr 2025. Der Höhepunkt lag 2022 bei 146 Milliarden Dollar über 222 Fonds. Der Flaggschifffonds soll ein Portfolio von 20 bis 22 Unternehmen mit Beteiligungsgrößen zwischen 400 Millionen und einer Milliarde Dollar aufbauen. Die Bereitstellung des Kapitals soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 oder Anfang 2027 beginnen. Carveouts machten historisch 30 bis 40 Prozent des Flaggschifffonds aus und bleiben ein Schwerpunkt, während der Anteil von Take-private-Transaktionen, historisch unter 10 Prozent, künftig steigen könnte.




