FRC nimmt PwCs Prüfung von WHSmith unter die Lupe

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June 10, 2026
11.06.2026
2 Minuten Lesezeit

Die britische Aufsichtsbehörde untersucht, wie der Wirtschaftsprüfer die Bilanzen der Einzelhandelskette geprüft hat. Hintergrund sind aufgeblähte Umsatz- und Gewinnzahlen, die jahrelang unentdeckt blieben.

Formales Verfahren eingeleitet

Bei der britischen Aufsichtsbehörde Financial Reporting Council hat sich der Conduct Committee bereits Ende April auf ein Verfahren verständigt. Erst Anfang Juni wurde das öffentlich bekannt. Im Zentrum steht die Frage, wie sorgfältig PwC die Konzernzahlen von WHSmith für das im August 2024 abgeschlossene Geschäftsjahr unter die Lupe genommen hat. Geleitet wird die Untersuchung von der Vollzugsabteilung der Behörde. Sie folgt dem standardisierten Verfahren, das für solche Prüfungsfälle vorgesehen ist. Der Wirtschaftsprüfer hat angekündigt, vollumfänglich zu kooperieren. Hochwertige Prüfungen seien für das Haus von grundlegender Bedeutung, ließ PwC verlauten.

Was bei WHSmith schiefging

Die Bilanzpanne bei dem Einzelhändler, der weltweit rund 1.300 Filialen an Verkehrsknotenpunkten und in Krankenhäusern betreibt, kam im vergangenen Jahr ans Licht. Damals musste das Unternehmen seine Prognose für das Nordamerikageschäft zurücknehmen und neu bewerten, wie Zahlungen von Lieferanten für Werbeaktionen verbucht worden waren. Konkret hatten Verantwortliche bestimmte Beträge zu früh als Erlöse ausgewiesen. Die Folge: schöner aussehende Ergebnisse und leichter erreichbare Bonusziele für das Management. Aufgedeckt wurde die Sache erst, nachdem ein Mitarbeiter aus der Finanzabteilung intern Alarm schlug. Eine unabhängige Überprüfung durch Deloitte bestätigte später, dass die Umsätze über mehrere Jahre hinweg zu hoch angesetzt worden waren. Konzernchef Carl Cowling trat in der Folge zurück.

Rolle des Wirtschaftsprüfers

Pikant für PwC ist die Tatsache, dass das Haus die fraglichen Jahresabschlüsse mit seiner Unterschrift abgesegnet hatte. Die Geschäftsbeziehung besteht seit 2015. Auf die Probleme im amerikanischen Geschäftsteil wies PwC erst hin, nachdem WHSmith die Unstimmigkeiten im August des vergangenen Jahres selbst öffentlich gemacht hatte.

Weitere Fronten für die Aufsicht

WHSmith muss sich nicht nur den Konsequenzen der falschen Buchungen stellen. Im Dezember hatte der FRC bereits ein separates Verfahren gegen den Einzelhändler eröffnet, in dem mögliche Verstöße gegen Vorschriften zur Börsennotierung und zur Transparenz untersucht werden. Auch PwC steht nicht nur in dieser einen Sache unter Beobachtung. Die Aufsichtsbehörde nimmt parallel die Prüfungen anderer Mandate des Hauses unter die Lupe, darunter Digital 9 Infrastructure und Babcock. Die Reihung der Verfahren zeigt, dass die Aufsicht aktuell genauer hinschaut, wenn es um die Qualität von Pflichtprüfungen geht.

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