Der Bielefelder Bauspezialist will mit dem österreichischen Anlagenbauer Rechenzentren aus einer Hand anbieten. Die Kartellprüfung läuft noch.
Goldbeck greift zu. Das Familienunternehmen aus Ostwestfalen übernimmt 50 Prozent an der Zauner Group aus Österreich. Beide Seiten halten sich beim Kaufpreis bedeckt. Die Wettbewerbshüter müssen noch zustimmen. Hinter dem Deal steckt ein klares Ziel: gemeinsam im wachsenden Geschäft mit Rechenzentren mitmischen. Die Rollenverteilung ist klar. Goldbeck liefert die Gebäude, Zauner die Technik darin. Das Bielefelder Unternehmen produziert Fertigteile im eigenen Werk und montiert sie vor Ort. Zauner bringt Erfahrung aus dem Industrieanlagenbau mit, von Halbleiterfabriken bis zu Batteriewerken. Bei Googles Großrechenzentrum in Norwegen hat das österreichische Unternehmen bereits mitgewirkt.
Goldbeck erwirtschaftete im letzten Geschäftsjahr 6,3 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand liegt bei sieben Milliarden, ein Rekord. Zauner ist kleiner, aber spezialisiert. Rund 1.100 Beschäftigte erzielen einen Umsatz im mittleren dreistelligen Millionenbereich. Die Bielefelder haben sich mit spektakulären Aufträgen profiliert. Die Tesla-Fabrik in Brandenburg, Produktionshallen für Biontech, die neue Fertigung für Rheinmetalls Tarnkappenjets. Aktuell laufen Projekte für das Technische Hilfswerk, den Zoll und 50 identische Servergebäude für die Deutsche Bahn.
Der Markt lockt. Cloud-Anwendungen und künstliche Intelligenz treiben die Nachfrage nach Rechenleistung. Weltweit flossen 2025 geschätzt 475 Milliarden Dollar in Rechenzentren. In Deutschland stehen derzeit rund 530 solcher Anlagen, die Branche erwartet weiteres Wachstum.




