Die Beratungsgesellschaft nimmt bis Ende September keine neuen Aufträge der Regierung an. Auch der langjährige Mandant Lendlease beendet die Zusammenarbeit.
Vom 16. Juni bis Ende September wird KPMG keine neuen Aufträge der australischen Bundesregierung anstreben. Diese Vereinbarung mit dem Finanzministerium gab das Haus am Montag bekannt. Während der dreimonatigen Phase will eine Prüfung klären, wie es um Führung, Kultur, Ethik und Integrität bestellt ist.
Parallel zum Verzicht auf Bundesaufträge verliert KPMG einen seiner prominentesten Privatmandanten. Der Immobilienkonzern Lendlease hat bestätigt, das Beratungshaus künftig nicht mehr als Wirtschaftsprüfer zu beschäftigen. Pikant ist die Personalie deshalb, weil Lendlease im Zentrum der Hinweisgeber-Affäre steht. Laut den im März öffentlich gemachten Anschuldigungen sollen Partner vertrauliche Aufsichtsratsunterlagen des Konzerns verwendet haben, um sich bei der Großbank Westpac und der Immobiliengesellschaft Dexus um Prüfungsmandate zu bewerben.
Die Folgen reichen über einzelne Mandate hinaus. Sowohl Bundesbehörden als auch Stellen einzelner Bundesstaaten haben angekündigt, ihre bestehenden Verträge mit KPMG zu überprüfen. Auch im Privatsektor haben mehrere Unternehmen bereits Konsequenzen gezogen.




