Der US-Arm von KPMG hat eine Minderheitsbeteiligung an dem kalifornischen Softwareanbieter Incentify erworben. Das Unternehmen aus Los Angeles betreibt eine KI-gestützte Plattform für Steuerkredite und Fördermittel. Damit vertieft KPMG eine bereits bestehende Zusammenarbeit.
Gegründet wurde das Unternehmen 2019. Sein Kerngeschäft besteht darin, Steuerberatungen und ihren Mandanten die Suche nach passenden Fördermitteln und deren Verwaltung zu erleichtern. Zentrale Bausteine sind eine Datenbank amerikanischer Anreizprogramme, eine KI-gestützte Analyseeinheit sowie Werkzeuge für die Zusammenarbeit mit Kunden. Diese Komponenten sind bereits Teil einer KPMG-Lösung namens Incentive Credit Opportunity Navigator, kurz ICON.
Die Plattform durchforstet komplexe und häufig wechselnde Fördermöglichkeiten auf allen Ebenen. Egal ob Bundesstaat, Kommune oder internationale Regelungen, das System sichtet, ordnet und bewertet die Programme automatisiert. Wo bislang wochenlange Recherchen nötig waren, sollen Ergebnisse innerhalb weniger Tage vorliegen. Mandanten erhalten eine auf ihre Situation zugeschnittene Übersicht der für sie relevanten Anreize. Ergänzt wird die Analyse durch das globale Datenmaterial von KPMG und ein Netzwerk von mehr als 1.200 Fachleuten aus dem Bereich Incentives.
Der Schritt fügt sich in ein größeres Muster ein. KPMG Ventures hat bereits in andere Technologiefirmen investiert, darunter Fieldguide, Ema, Wokelo und Rhino.AI. Aus Sicht des Beratungshauses gewinnen Fördermittel zunehmend an strategischer Bedeutung. Sie beeinflussen inzwischen wesentliche Entscheidungen von Unternehmen, etwa über Investitionsstandorte, Personalaufbau oder die Erschließung neuer Märkte. Wer die richtigen Programme identifiziert, kann laut Richard Marcos, dem globalen Leiter für Kredite, Zuschüsse und Anreize bei KPMG US, erhebliche Beträge realisieren. Die Plattform ist Teil des Digital Gateway von KPMG, einer cloudbasierten Umgebung, über die Steuer- und Rechtstechnologien des Hauses zentral zur Verfügung stehen.




