Die Wirtschaftsprüfer skizzieren eine Zukunft, in der Finanzverantwortliche mit ihren Systemen sprechen statt sich durchzuklicken.
Wer heute als Treasurer arbeitet, kennt das Spiel: Dutzende Masken, endlose Dropdown-Listen, Copy-Paste zwischen Anwendungen. KPMG zeichnet in einer aktuellen Analyse ein anderes Bild. Künftig sollen Finanzverantwortliche ihre Systeme einfach fragen können, was sie wissen wollen. Die Antwort kommt aufbereitet, eingeordnet und handlungsorientiert zurück. Navigation durch Systemtiefen? Überflüssig.
Die Berater beschreiben drei Technologiebausteine, die Treasury-Software künftig prägen werden. Zunächst analytische Funktionen, die Unregelmäßigkeiten in Zahlungsströmen oder Kontobewegungen aufspüren. Dann generative Komponenten, die Fachjargon in verständliche Zusammenfassungen übersetzen. Schließlich autonome Agenten, die Routinetätigkeiten eigenständig erledigen. Softwarehäuser wie SAP oder Kyriba verbauen solche Funktionen bereits in ihren Plattformen.
KPMG illustriert die Möglichkeiten anhand konkreter Anwendungsfälle. Bei knapper Kasse erkennt das System drohende Lücken und unterbreitet Gegenvorschläge. Auffällige Überweisungen landen priorisiert auf dem Bildschirm, inklusive Erklärung der Ursache. Währungsrisiken werden mit Marktdaten und Absicherungsoptionen verknüpft. Berechtigungsverstöße oder Fristversäumnisse lösen automatisch Warnhinweise aus. Der Mensch bleibt dabei am Steuer: Empfehlungen kommen vom System, Entscheidungen trifft der Treasurer.
Die Analyse benennt Stolpersteine. Ohne gepflegte Stammdaten, vernetzte Systemlandschaften und klare Zugriffsrechte bleibt der Nutzen theoretisch. Ebenso zentral: Transparenz. Nur wer nachvollziehen kann, warum das System etwas vorschlägt, wird den Empfehlungen vertrauen.




