Mit einer Milliardeninvestition will der ChatGPT-Hersteller bis Ende 2026 ein globales Heer zertifizierter Berater aufbauen. Die ersten großen Beratungshäuser sind bereits an Bord.
Wer einen Blick auf die Gründungsmitglieder des neuen Programms wirft, erkennt sofort, wohin die Reise geht. Accenture, Bain & Company, BCG, McKinsey und PwC zählen zu jenen, die als Erste das Logo des OpenAI Partner Network tragen dürfen. Die ersten Erfolge werden bereits öffentlich vermarktet. Bain etwa konnte gemeinsam mit dem Personaldienstleister Paychex die Wartezeiten für Kunden um vier Fünftel reduzieren. Weitere Projekte laufen zwischen Agilent und BCG, eBay und Artium sowie T-Mobile und Accenture.
Statt einer einheitlichen Mitgliedschaft hat OpenAI drei Ebenen eingerichtet, die den unterschiedlichen Profilen Rechnung tragen sollen. Select, Advanced und Elite heißen die Stufen. Damit lassen sich klassische Strategieberatungen ebenso einordnen wie technologisch spezialisierte Häuser oder Integratoren. Der offizielle Startschuss fällt im Juli. Für die obere Etage gibt es eine Besonderheit: Unter dem Titel Forward Deployed Experts läuft ein Pilotprojekt, das die enge Zusammenarbeit zwischen ausgewählten Elite-Partnern und OpenAI ermöglichen soll, vor allem bei umfangreichen Vorhaben.
Die Qualifikationen verteilen sich nicht in der Breite, sondern auf eng umrissene Schwerpunkte. Dazu zählen Codex für die Programmierung, der ganze Bereich rund um Cybersicherheit, die Anbindung über Schnittstellen und schließlich Automatisierungen, die mit KI-Agenten umgesetzt werden. Colleen Kapase, die das gesamte Netzwerk leitet, hebt ausdrücklich hervor, dass nicht die Zahl der Mitglieder zählt, sondern deren technische Kompetenz.
Bis zum 31. Dezember sollen 300.000 Personen das Zertifikat erworben haben. Eine Zahl, die zeigt, wie wichtig dem Hersteller die Verankerung im Unternehmensgeschäft inzwischen geworden ist. Wöchentlich nutzen rund 900 Millionen Menschen die Dienste des Hauses, doch der Großteil dieser Aktivitäten findet bisher im privaten oder kleinteiligen Rahmen statt. Der Schritt in die Großindustrie verlangt nach lokalen Ansprechpartnern, die KI-Lösungen vor Ort einführen können.




