Eine gemeinsame Studie von EY und VDMA zeigt: Aus dem Projektboom wird eine Flurbereinigung. Nur Vorhaben mit soliden Geschäftsmodellen überleben.
Power-to-X galt als Wunderwaffe der Energiewende. Investoren drängten in den Markt, Ankündigungen überschlugen sich. Doch die Rechnung ging oft nicht auf. Wer mit billigem Strom und reibungslosen Genehmigungen kalkulierte, reibt sich heute die Augen. Die Preise tanzen, Netzbetreiber mauern, Kapital kostet wieder Geld. Cornelius Knecht von EY-Parthenon erwartet eine Auslese. Projekte ohne bankfähige Verträge und klare Infrastrukturperspektiven verlieren an Schwung. Was bleibt, sind Vorhaben mit Substanz: echte Abnehmer, gesicherte Genehmigungen, belastbare Cashflows. Die Ära der Powerpoint-Projekte neigt sich dem Ende.
Ein Muster kristallisiert sich heraus. Erfolgreiche Vorhaben entstehen dort, wo die Puzzleteile zusammenpassen: Häfen mit Anschluss ans Hinterland, Chemieparks mit Abnehmern vor der Tür, Industriestandorte mit CO₂-Logistik in Reichweite. Ob der Wasserstoff grün oder blau schimmert, interessiert am Ende weniger als der Preis pro Tonne vermiedenes CO₂. Peter Müller-Baum vom VDMA macht drei Baustellen auf. Ohne garantierte Mindestpreise fehlt Projekten die Finanzierungsgrundlage. Ohne einheitliche Zertifikate wissen Käufer nicht, was sie kaufen. Und ohne verlässliche Pipelines und Speicher bleibt Wasserstoff ein lokales Phänomen. Die Technik ist bereit, sagt Müller-Baum. Es hapert an allem anderen.
Die Studie schaut über den Tellerrand. Anderswo funktioniert, was hierzulande stockt. Klare Regeln, schnelle Entscheidungen, staatliche Rückendeckung. Europa müsse beweisen, dass es Innovation und Zusammenarbeit kann, mahnt Müller-Baum. Sonst wandern die Investitionen dorthin, wo sie willkommen sind. Das Power-to-X-Barometer 2026 umfasst 68 Seiten und listet 15 Erfolgsfaktoren auf. Für Unternehmen, die jenseits des Hypes investieren wollen, bietet es eine nüchterne Orientierung.




